Bikes & Bubbles

 © Erlebe Bayern, Frank Heuer

Das mit 70 Grad wärmste Thermalwasser Mitteleuropas sprudelt aus dem Untergrund des ländlich-charmanten Bad Birnbach. Das heiße Nass der „Rottal Terme“ ist wohltuend für Gelenke und Muskeln und damit idealer Abschluss von knackigen Radtouren durch die Rottaler Hügellandschaft.

Text und Fotos: Markus Stein und Frank Heuer 

Ahhhh, das tut gut! Der kräftige Strahl der Wasserdüsen massiert die Waden im 34 Grad warmen Bewegungsbecken der „Rottal Terme“. Danach sind Oberschenkel und Rücken dran, zum Abschluss Nacken und Schultern im Kaskadenbecken mit 36 Grad warmem Wasser – wie die Hände eines Masseurs lockert es die Muskeln. Müde Radler werden so wieder munter.

Bad Birnbach liegt im Tal der Rott, rund 40 Kilometer südwestlich von Passau. Der alte Ortskern schmiegt sich an einen Hügel mit der liebevoll renovierten Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Unterhalb entstand ein rechteckiger Marktplatz mit weiß verputzten Häusern, Arkaden, Läden und Cafés.

Der Ort mit 6.000 Einwohnern liegt in einer der sonnenreichsten Regionen Deutschlands. Zusammen mit Bad Füssing und Bad Griesbach bildet Bad Birnbach das Niederbayerische Bäderdreieck.

Knackige Anstiege, lange Abfahrten

Bad Birnbach ist Start- und Endpunkt zahlreicher Radtouren. In der Rottaler Hügellandschaft finden Genussfahrer, Rennradler und Mountainbiker flache wie anspruchsvolle Strecken über Straßen, Rad- und Forstwege – manchmal auch über Wiesen.

Wir haben die Bruder-Konrad-Tour gewählt, rund 50 Kilometer südlich des Ortes mit „knackigen Anstiegen“. Kein Problem, wir nutzen etwas elektrischen Rückenwind – schließlich geht es um Genuss, nicht um Höchstleistungen.

Wir, zwei Frauen und vier Männer, starten an einem Mai-Morgen im Kurpark. Radguide Fritz – in gelber Windjacke und Helm – ist zwar im Ruhestand, aber fit und drahtig wie ein Junger, wohl dank des gesunden Klimas und eines sportlichen Lebensstils.

Heiß, heißer, Chrysanti-Quelle!

Nach wenigen Metern stoppt Fritz an einem Tempelchen mit blauen Säulen. Drei dösende Löwen aus rotem Marmor bewachen einen Brunnen. „Der Brunnen wird gespeist von der Chrysanti-Quelle, sie ist unsere größte Quelle“, erklärt der Guide, „die zweite, kleinere heißt Konrad-Quelle. Der Brunnen wurde 1986 zum zehnten Geburtstag der Terme errichtet.“

Ende der 1930er-Jahre war man bei der Suche nach Erdöl auf Thermalwasser gestoßen, hatte das Bohrloch aber wieder verschlossen. Erst 1973 erfolgte eine neue Bohrung, dann ging es aber schnell: 1976 wurde das Thermalbad eröffnet. „Das Wasser kommt aus einer Tiefe von gut 1.600 Metern und ist 70 Grad heiß. Es ist das heißeste Thermalwasser in Mitteleuropa!“, so der Guide. Feiner Dampf steigt aus dem Brunnen auf in die frische Morgenluft…

Bauernmarkt und Alpenblick

Der Marktflecken Kößlarn, etwa 15 Kilometer weiter, hat einen hübschen, denkmalgeschützten Marktplatz und ein seltenes Juwel: die vollständig erhaltene mittelalterliche Wehr- und Wallfahrtskirche Heiligste Dreifaltigkeit – mit Mauergürtel, überdachten Wehrgängen, zwei Toren, spätgotischer Kirche und Turm mit Zwiebelhaube. Einzigartig in Süddeutschland!

Heute ist Bauernmarkt: Am Straßenrand gibt es Gemüse, Obst, Brot und Wurst, im Holzschuppen Kuchen, Schmalzgebäck und Kaffee. Drei ältere Herren spielen Gitarre, Akkordeon und Klarinette und zaubern mit „La Paloma ade“ eine maritime Stimmung.

In Rottalmünster passieren wir die Marktstraße mit bunten Häuserfassaden. Nach einer erneuten Kletterpartie erreichen wir den südlichsten Punkt der Tour: ein Aussichtspunkt mit weitem Blick über Wiesen, Wälder und das Inntal bis zu den Alpen. Im Dunst sind Dachstein-Gruppe, Tennengebirge und Berchtesgadener Alpen zu erkennen.

Heiliger Konrad

Die Fahrt zurück nach Norden führt zunächst zur frühbarocken Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung zu Langwinkl und erreicht in Parzham, östlich von Bad Birnbach, das Geburtshaus von Bruder Konrad, dem Namensgeber unserer Radtour.

Es ist ein mächtiges, mit handgeschlagenen Holzbalken erbautes Bauernhaus und Teil eines Rottaler Vierseithofs. Die Balkone sind dekorativ mit Geranien geschmückt. Ein echtes Bilderbuchszenario!

Flüssiger Bodenschatz

Die medizinischen Behandlungen mit dem hoch mineralisierten Heilwasser können chronische Schmerzen und auch Stress lindern. Oder wie es Viktor Gröll, Leiter der Kurverwaltung, auf den Punkt bringt: „Dieses Wasser hilft gegen Rheumatismus und Pessimismus.“

Das Thermalwasser ist bis zu 12.000 Jahre alt. Geologen sprechen von fossilen Wassern. „Man sollte sich bewusst sein, dass man in unserem Thermalwasser in etwas Wertvollem badet, das man nicht überall bekommt. Das ist ein echter Bodenschatz!“, so Viktor Gröll weiter. Das Wasser der „Rottal Terme“ wird permanent ausgetauscht, man hüpft also jeden Tag in frisches Thermalwasser. Man schwebt in der Salzwasserlagune, lässt sich im Thermenbach von der Strömung treiben, relaxt auf Liegen im großen Garten oder in einem der Ruheräume. Auch eine Wellness- und Kosmetikabteilung gibt es.

Und als dritter Bereich bringt die mit fünf Sternen ausgezeichnete Saunawelt Gäste auf vielfache Weise zum Schwitzen – in der Lehm-, Kräuter- oder Zirbensauna.

Eine Erfrischung haben sich heute unsere Radler verdient. Und die machen sich jetzt auf den Weg ins Vitarium. Die Massagedüsen warten schon.

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