In der Welt
zu Hause.

29.08.-06.09.2020

28.08.2020 Fachbesuchertag

Dem Himmel so nah

Nach der Wüstenlandschaft liegt vor den Traumtourern eine lange Bergetappe, die ebenfalls zur legendären Seidenstraße gehört. Einst transportierten Kamele die Waren nicht nur durch die Hitze der Taklaman, sondern auch durch diese eisige Region. Das Basislager der Reisemobilisten ist der Campingplatz von Biandoukou auf knapp 3.000 Metern Höhe – der erste seiner Art auf dieser Reise. Aber die Infrastruktur für mobiles Reisen verbessert sich in China mit rasanter Geschwindigkeit! Nach einer angenehmen Nacht werden den Traumtourern zur Begrüßung des Tages tibetische Schals überreicht. „Mögen die Götter der Berge den Abenteurern gnädig sein.“ Dann beginnt ein beeindruckender Passaufstieg zu den mächtigen, noch mit Schnee bedeckten Gipfeln, von denen Gerd schon am Anfang der Tour geträumt hatte. Die Passkuppe liegt auf fast 4.000 Metern Höhe. Einige Traumtourer kraxeln zu Fuß die allerletzten Meter bis zum Gipfel hinauf, der mit den Opfergaben vieler Pilger bedeckt ist. Was für ein Erlebnis! 

Auf der Weiterfahrt wechseln sich tibetische Dörfer und muslimische Gemeinden ab. Oft wird hier kein Chinesisch, sondern tibetisch oder eine Turksprache gesprochen. Es herrscht frühsommerliche Stimmung im Hochland und die scheuen Yaks grasen genüsslich auf den sprießenden Wiesen am Wegesrand. In Labrang erreichen die Traumtourer schließlich eines der wichtigsten Klöster für Tibeter. Es wirkt fast so, als ob man für einen Hollywoodfilm eine typische Gegend in Tibet aufgebaut hätte. Aber alles an diesem Ort ist real und authentisch. Han-Chinesen, Moslems und Tibeter leben in dieser Stadt friedlich zusammen – wenn es nur überall auf der Welt so wäre…

 

Wo zur Hölle ist die Kamera?! 
Auf dem Naturstandplatz bei Kangle auf 2.400 Metern verbringen die Traumtourer die letzte kühle Nacht ihrer Reise. Schon am nächsten Tag steht die Königsetappe durch die Lössebene an: Die 20 Reisemobile fahren durch die Berglandschaft, die von Bauernhand über die Jahrhunderte in ein terrassenförmiges Kunstwerk verwandelt wurde. Kostya fühlt sich inspiriert und will die Reisemobile in dieser herrlichen Kulisse auf die Leinwand bringen. Also heißt es Fotorucksack raus, dickes Zoomobjektiv aufs Gehäuse und Schuss. Mit der GoPro und einem zweiten Apparat wird gleich nachgelegt. Stolz wie Oscar setzt sich unser Starregisseur wieder ans Steuer und gibt 300 km lang Gas Richtung Nachtplatz in Pingliang. 

Auf ebenjenem angekommen durchfährt den stets fröhlichen Caravaning-Pionier ein Schock! Wo ist die sündhaft teure Fotoausrüstung geblieben? Oh nein! Kostya hat das gute Stück tatsächlich 300 km entfernt am Wegesrand liegen lassen: Irgendwer wird sich also mächtig gefreut haben.

Aber nicht mit Xing und Conny! Am nächsten Morgen machen sich die beiden Damen entschlossen zum Tatort auf. Nach vier Stunden Fahrt kommen sie am gestrigen „Filmset“ an und der Rucksack ist… nicht mehr da. Der Spürsinn der beiden Damen ist aber geweckt und so werden diverse Bauern befragt. Und tatsächlich finden sich zumindest Augenzeugen: Zwei Landwirte haben den Rucksack wohl abends gesehen und helfen nun bei der Suche. 2 Stunden lang werden eifrig Telefonate mit dem halben Dorf geführt und siehe da: Der eigentlich aussichtslose Fall wird tatsächlich gelöst! Eine Familie hatte den Rucksack kurz vor Einbruch der Dämmerung gesehen, mitgenommen und wollte ihn heute bei der Polizei abgeben. Was für ein Glück! Die Heldinnen Xing und Conny kommen also tatsächlich nach weiteren vier Stunden Autofahrt von ihrer Glanztat mitsamt Rucksack zurück. Ausnahmsweise ist Kostya mal sprachlos –  und wahnsinnig dankbar ob dieser geballten Frauenpower. Umso beschwingter geht’s nun gemeinsam auf die letzten Meter nach Xian. 20 Reisemobile aus Europa fahren als Neuzeit-Karawane in Xian ein und werden wie Könige mit Folklore-Trommeln begrüßt! Die Traumtourer haben es also tatsächlich heute erreicht – das Ende der Seidenstraße. Oder je nach Perspektive: Den Anfang. 

Lest in unserem letzten Reisebericht, was beim Endspurt geschah – und ob die Traumtourer tatsächlich pünktlich zur All in CARAVANING in Peking eintreffen!