In der Welt
zu Hause.

29.08.-06.09.2020

28.08.2020 Fachbesuchertag

Anekdoten riechen und schmecken

Clemens Sehi ist Reiseblogger, aber nicht irgendeiner. Drei Merkmale heben den Berliner aus unserer Sicht von der Masse der Reiseblogger ab. Schon als Kind ist er viel gereist. Irgendwann kam dann die Liebe zum Schreiben und Fotografieren dazu. Anderen von seinen Reisen zu erzählen und selbst zum Reisen zu motivieren, ist für Clemens das Größte

Auf seinem Bog „Anekdotique.com“ erzählt er von den besonderen Momenten des Reisens – „mit Geschichten aus aller Welt, die Dich eintauchen lassen in fremde Welten und erzählen, wie sie riechen und schmecken. Mit Anekdoten, die hineinsehen in die Seele eines Landes und die Dich ein stückweit dorthin mitnehmen.“ 

 
Das sind aus unserer Sicht die drei wesentlichen Merkmale die Clemens als Reiseblogger hervorheben:

Erstens, er betreut zwei bilinguale Reiseblogs. Deutsche und englischsprachige Reiseliebhaber kommen somit in den Genuss, seine Geschichten zu lesen.

So weit so gut. Zweitens: Seit über 10 Jahren ist er als Werbetexter in der Werbebranche tätig, hat schon für Agenturen wie Jung von Matt, Serviceplan und Scholz & Friends gearbeitet und dabei Kunden wie Mercedes-Benz, IWC Schaffhausen, Vodafone, Siemens, BMW, Google und Osram beraten.

Zu guter Letzt: Clemens erzählt „Anekdotiques“. Also Geschichten, die er früher wahrscheinlich höchstens seinen besten Freunden erzählt hätte – mal lustig, mal ernst oder auch mal nützlich. Wir haben genauer nachgefragt und mehr über ihn und seine neue Website „Travellers Archive“ erfahren:

 

Wir haben deinen Blog über mehrere Kanäle gefunden, immer aufgelistet unter Top-Listen von Reiseblogs. Was unterscheidet aus deiner Sicht deinen Blog Anekdotique.de ganz essentiell von allen anderen?

Es geht auf dem Reiseblog Anekdotique.de vermehrt um Reisegeschichten, um Reiseanekdoten aus Ländern, die vielleicht nicht auf Jedermanns Reiseliste stehen. Sie führen in eine Welt, die viele nicht kennen und inspirieren vielleicht doch dazu, selbst einmal dort hin reisen zu wollen, sei es der Iran, China oder Aserbaidschan.

Mittlerweile gibt es Reiseblogs im wahrsten Sinne des Wortes „wie Sand am mehr“. Willst du dich überhaupt von anderen Blogs unterscheiden und, wenn ja, was ist dein Konzept oder dein Ziel?

Es geht nicht um den Unterschied zu anderen Blogs. Ein Zahnarzt vergleicht sich ja auch nicht ständig mit dem Kollegen drei Straßen weiter. Ich schreibe so über unvergessliche Erlebnisse auf Reisen und über andere Kulturen, wie ich es selbst gerne lesen würde. Ich versuche Reisetipps zu geben, die ich selbst gerne bekommen würde. Das ist meine Messlatte.

Du hast erst letztes Jahr die Reisewebsite „Travellers Archive“ ins Leben gerufen. Was steckt dahinter und inwiefern unterscheidet sie sich von „Anekdotique“?

Ich habe Travellers Archive letztes Jahr zusammen mit meiner Freundin Anne Steinbach gegründet. Es ist ein Online-Reisemagazin mit einem klaren Fokus: einen ehrlichen Eindruck von der Welt zu vermitteln. Reisetrends interessieren uns nicht. Wir hören auf die Stimmen der Einheimischen. Wir ermöglichen ein kurzes Eintauchen in einen unbekannten Ort und machen das mit gut recherchierten Journalbeiträgen, handverlesenen Tipps und authentischen Reisegeschichten.

Dazu gehört auch, dass wir gerne in Ländern reisen, die vielleicht nicht in Jedermanns Fokus stehen und nicht auf Jedermanns Bucket List, wie zum Beispiel der Libanon, Senegal oder Äthiopien. Der Antrieb ist also ein ähnlicher wie auf dem Reiseblog Anekdotique.de.

Clemens und Anne

Wie reist du persönlich am allerliebsten?

Individuell, spontan und so authentisch wie möglich. Dabei möchte ich mich nicht auf eine bestimmte Art zu reisen festlegen. Ich backpacke gerne, reise aber auch gerne mit dem Koffer. Auch lässt sich das Reiseerlebnis nicht an einer Reiseklasse festmachen. Es spielt keine große Rolle, ob man in einer einfachen Unterkunft im Senegal übernachtet oder in einem Fünf-Sterne-Hotel in Hongkong, ob man mit einem Luxuszug durch Ecuador reist oder im Dritte-Klasse-Wagon durch Zentralindien. Das Erlebnis ist das, was zählt.

 

Welches Land hat dir so gut gefallen, dass du immer wieder hinreisen oder sogar leben würdest?

Da gibt es tatsächlich einige. Nicht genug bekommen kann ich von Japan, Hongkong, Südafrika oder Australien. Aber auch in Äthiopien und dem Iran war ich mehrfach. Obwohl mich das Neue reizt, ist es mit nur einer Reise oft nicht getan – eigentlich nie. Bis die Reiselust gesättigt ist, kann es noch lange dauern.

 

In welches Land würdest du unter keinen Umständen noch mal reisen?

Da gibt es tatsächlich keines, selbst wenn es einige Länder gibt, die es mir auf den ersten Blick nicht so sehr angetan haben. Zu groß ist die Neugier zu sehen, wie sich das Land verändert hat und verändern wird, in 10, 20 oder mehr Jahren.

Wohin geht deine nächste Reise?

Nach New York.

Was würdest du jemandem empfehlen, der selbst einen Blog starten möchte? 

Sei dir selbst treu. Sei authentisch.

 

Was kann man in Zukunft beruflich noch alles von dir erwarten?

Ganz viele Fotos aus aller Herren Ländern und noch viel viel mehr Reisegeschichten.

 

Was ist dein größtes Ziel das du noch erreichen möchtest?

Ein großer Erfolg wäre, unsere Leser dazu zu bewegen, selbst einmal über den Tellerrand des Tourismus hinauszuschauen und abseits der ausgetretenen Pfade zu reisen. Und damit meine ich nicht Nordthailand statt Südthailand. Es gibt so viele weitgehend unentdeckte Ecken dieser Welt und so viele unvergessliche Erlebnisse, die dort auf einen warten.

 

Linktipps:

travellersarchive.com (EN)
travellersarchive.de (DE)

anekdotique.com (EN & DE)

facebook.com/travellersarchive

twitter.com/archive_mag

instagram.com/travellersarchive

 

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