In der Welt
zu Hause.

31.08.-08.09.2019

30.08.2019 Fachbesuchertag

TravelCampingLiving – Teil 2

Ich war alleine unterwegs, aber heißt das auch, ich hatte keinerlei menschlichen Kontakte? Natürlich nicht. Ich traf unterwegs andere Reisende, hatte eine Verabredung am Nordkap und eine in Oslo. Die zwar nicht 100% fix waren, denn als Camper können sich Pläne und Zeitabläufe ja immer mal ändern, aber dennoch immer grob in der Peilung standen.

Besonders auf den Lofoten und später auf der Küstenstraße 17 zurück nach Trondheim, trifft und spricht man andere Camper. Das ist immer eine schöne Abwechslung. Eine kleine Geschichte dazuAuf meiner Fährfahrt vom Gryllefjord nach Andenes treffe ich ein Pärchen, das mich, für mich aus heiterem Himmel, freundlich grüßt und anlächelt. Im ersten Moment wundere ich mich, filme aber erstmal noch weiter und begebe mich dann zu ihrem Sitzplatz und wir kommen ins Gespräch. Sie kannten mich. Hatten mich am Nordkap mit meiner Kamera gesehen. Ich sei vor ihnen ins Besucherzentrum gelaufen. Aha…denke ich mir…ich selbst hatte sie nicht bemerkt…dennoch waren wir sofort im Gespräch, was die ganze Fährfahrt sehr kurzweilig machte.

Auch mein Co-Pilot war ein gutes Wiedererkennungszeichen. Nette Mitmenschen sprachen mich auch immer mal wieder auf ihn an. Ihr fragt euch, wo jetzt der Co-Pilot herkommt, wo ich doch alleine unterwegs war?
Nun ja, er ist ein 80 cm großer Steiff Bär mit Fliege, T-Shirt und ohne Hose. Er saß meist auf dem Beifahrersitz, angeschnallt natürlich, und war für die Navigation zuständig. Was auch erklärt, warum ich mich immer mal wieder ganz leicht verfahren habe. Seine weitere Aufgabe: das Halten meiner Kamera. Seinen Namen möchte er (noch) nicht preisgeben, er ist etwas eigen was das an geht. So nenne ich ihn halt „Co-Pilot“.

 

Fahren und unterwegs sein

Ich hatte 3 Wochen Zeit für eine Strecke von ca. 8.000 km. Das ist nicht üppig. Da bleibt limitiert Zeit für Sightseeing. Das war mir klar, von Anfang an. Meine Tour führte mich von der Schweiz über Deutschland, Schweden, Finnland, hoch ans Nordkap. Für diese Strecke ließ ich mir nicht viel Zeit. Fuhr bis zu 1.000 km pro Tag um Strecke zu machen. Ich wollte mir mehr Zeit lassen für die Rückfahrt via die Lofoten, Senja, Versteralen, Küstenstrasse 17.

Mir persönlich macht fahren nichts aus. Ich liebe Auto fahren, und Zottl fahre ich noch lieber. Ich bin es seit Jahren gewohnt, lange Strecken und viel zu fahren, somit kann ich mich auch im Auto erholen. Das mag nicht jeder verstehen oder nachvollziehen, erwarte ich auch nicht, es reicht wenn ich weiß, dass es so ist. Ohne diese Eigenschaft, hätte ich die Reise wahrscheinlich anders geplant. Da ich mich jedoch seit 41 Jahren kenne, wusste ich, das funktioniert locker.

Das Fahren auf den Hauptstraßen, genannt E „was auch immer“, ist recht entspannt. Bis zum Polarkreis lange zweispurig in beide Richtungen, später immer jeweils im Wechsel, so dass man gefahrlos LKW überholen kann. Aufzupassen ist in Norwegen wie Schweden auf Blitzer. Die Schweden haben das perfektioniert, was ziemlich nervt. Warum? In Schweden werden Blitzer angekündigt per Schild. Das ist toll! Aber: Das Schild steht meist zusammen mit der neuen Geschwindigkeit. Diese Schilder stehen jedoch so knapp vor dem Blitzer, dass ich es vergessen konnte, nur den Fuß vom Gas zu nehmen und auszurollen, bis die neue Geschwindigkeit erreicht war. Nein, ich musste jedes Mal gut auf die Bremse steigen. Das geht auf’s Material, ist unnütz und sinnlose Bremserei in meinen Augen. Aber was hilft’s, so habe ich halt meine Bremsen strapaziert, bin ja ein anständiger Fahrer und halte mich an Tempolimits.

 Aber lassen wir die Blitzer hinter uns, je weiter nördlich und je mehr man Nebenstrassen fährt, desto weniger von den nervigen Dingern.
Auf Straßen mit zwei Ziffern, wird der Fahrkomfort schon schlechter. Die Strecke wird huppeliger, welliger, Absenkungen kommen häufiger vor. Hier musste ich jeweils die Augen offen halten, um meinen armen Zottl etwas zu schonen. Böse Unebenheiten erkannte ich, wenn schon von LKW Reifen schwarzer Gummiabrieb zu sehen war. Dann hieß es vorsichtig sein und abbremsen. Mehrere Male hab ich das nicht gemacht, weil übersehen und die Dämpfer haben durchgeschlagen. Kein schönes Gefühl, kann ich euch sagen.

Auf Straßen die aus drei Ziffern bestehen, kommt zu bisher genanntem auch noch das ein oder andere größere oder kleinere Schlagloch dazu. Hier hieß es gut aufpassen, ansonsten kann durchaus was kaputt gehen. Allerdings fuhr ich auf diesen Strecken ohnehin nicht besonders schnell. Oftmals war es kurvig, schmal (Single Track) und unübersichtlich.

Nicht nur die Straßen und deren Belag waren teils eine Herausforderung, hier und da ist auch mal Schotter dabei (Anfahrt Nyksund zum Beispiel). Auch die Tierwelt machte es mir nicht leichter. Mein erstes Rentier sah ich kurz nach Überquerung des Polarkreises auf der 392. Die Tiere sind der Natur und Landschaft gut angepasst, auch farblich. Anfangs sah ich sie recht spät am Straßenrand. Meine Augen mussten sich erstmal an diese Zeitgenossen gewöhnen um sie dann auch frühzeitiger erkennen zu können. Langsam daran vorbeifahren war immer geboten.
Zwei Elche sah ich in Norwegen, entlang der Hauptstrasse grasen. Die Tiere sind scheu und weniger häufig anzutreffen als Rentiere, auf der Kühlerhaube will ich allerdings beide nicht haben. Daher, immer Augen auf nach Dingen die sich am Straßenrand bewegen.

In einem Tunnel in Richtung Nordkap kam mir sogar noch ein voll vermummter und schwarz gekleideter Jogger entgegen. Sachen gibt’s, die gibt’s nicht.

 

Ver- und Entsorgung (VuE)

Wer gerne auf Campingplätzen nächtigt, wird sich hier weniger Sorgen machen müssen. Die meisten Plätze bieten VuE. Mehr kann ich dazu nicht sagen, war ich doch nie auf einem solchen. Es soll aber auch Plätze geben, die keine VuE anbieten.

Als Freisteher fragte ich mich, wie vorgehen? Hier helfen zum einen Apps, Park4Night lässt eine Sortierung nach kostenlosen Ver- und Entsorgemöglichkeiten in einem festgelegten Bereich zu. Ich machte mich hier vorher schlau um VuE  grob zu planen auf meiner Reise. Letztendlich war alles kein Problem. Auch Tankstellen bieten VuE, zum Teil kostenlos, an. Einmal durfte ich auf einem Campingplatz Wasser gegen 40 NOK einfüllen. Schwarzwasser entsorgte ich unterwegs auch mal an einem Rastplatz-Plumpsklo. Ich arbeite komplett ohne Chemie, somit hatte ich da kein schlechtes Gewissen. Auf den Lofoten fragte ich auch an einem Campingplatz nach VuE ohne jedoch über Nacht bleiben zu wollen. Wurde mir verwehrt. So ging ich wieder.

Nach geeigneten VuE Stationen hielt ich Ausschau, sobald mein Wassertank auf 50% runter war, also so nach 3-4 Tagen jeweils. Insgesamt füllte ich in drei Wochen als Alleinreisender vier Mal Wasser nach. Wobei ich mit vollem Tank losfuhr. Warum? Weil halt…und weil ich keine Lust verspürte, schon am Anfang meiner Reise dem Wasser hinterher zu jagen.

In Norwegen haben auch neue Rastanlagen oftmals eine VuE Möglichkeit, was wirklich eine tolle Sache ist. Alles in allem ist Norwegen vorzüglich auf Camper und auch Freisteher vorbereitet. Was die Sache für mich als Freistehe deutlich vereinfachte.

 

Internet/Wifi

Meine global-prepaid Europa SIM Karte mit 22 GB Data Roaming funktionierte ohne Probleme. Eingelegt das erste Mal in Deutschland als ich in Rostock auf die Fähre wartete, sofort Netz. Auch in Schweden, egal wo am Ende der Welt ich stand, 4G Empfang. Auch in Finnland, sofort Netzt und keine Probleme. Später in Norwegen, egal wo ich stand und wie abseits von den Hauptrouten, ÜBERALL Netz. 4G! Ich bin noch immer begeistert ob der Netzabdeckung in den skandinavischen Ländern.

Kleiner Exkurs: auf meiner Heimreise von Rostock in die Schweiz: kaum war ich aus Rostock raus auf der Autobahn, brach der 4G Empfang zusammen und nix ging mehr. Teilweise keinerlei Empfang. Ein Trauerspiel in Deutschland (O2/Eplus)!

Wifi zu finden, wenn man nicht auf Stellplätzen und/oder Campingplätzen steht, ist etwas schwieriger hoch im Norden und außerhalb der Städte. Hilfreich sind Cafés oder Restaurants, am Nordkap gab es schnelles Wifi und auch die lieben Scandic Hotels haben ein bis auf den Parkplatz streuendes Wifi, barrierefrei und super schnell.

Weiter findet man Wifi auch an lokalen Flughäfen und in Einkaufszentren. Letztere meiner Erfahrung nach jedoch für Uploads weniger geeignet. Zu langsam. Für Emails aber okay.

 

 

>>> Alles über die Highlights, die Kai und Zottl zusammen erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Beitrag!

 

 

Linktipps

Kai auf dem CARAVAN SALON DÜSSELDORF 2018

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