In der Welt
zu Hause.

31.08.-08.09.2019

30.08.2019 Fachbesuchertag

TravelCampingLiving – Teil 3

Polarkreisübertritt auf der 392: Hier ist nix mehr los. Früher gab es ein Hotel und Kaffee, heute ist alles verlassen, runtergekommen und die Fenster eingeworfen. Aber genau dieses verwitterte Aussehen, gibt dem Ganzen einen ganz bestimmten Charme.  Die Location bringt alles mit, was einen Horrorfilm ausmacht. Ein abgelegener Ort, verlassen, ein Camper kommt vorbei und hält, schaut sich um…dann passierts…. Ich fuhr dann mal lieber wieder weiter, leicht unheimlich dieser Ort. Aber so was bleibt im Gedächtnis.

 

Nordkap

Manche sagen, laaaangweilig, muss man nicht hin…ich sag: war cool! Bin sehr froh hingefahren zu sein. Warum? Weil ich top Wetter hatte und Mitternachtsonne genießen durfte, nix los war und wir die Nordkapkugel für uns hatten. Uns? Genau! Ich bin mit meinem Co-Piloten auf dem Arm da rum gelaufen….nein, natürlich nicht…ich war ja am Nordkap mit einem anderen YouTube Pärchen verabredet.

Wer jetzt jedoch meint, Nordkap bei schönem Wetter kann jeder, dem sei gesagt: am nächsten Tag schlug das Wetter um, starker Sturm, Regen, Nebel. Die volle Packung. Aber selbst das war cool! Mir hats da oben gefallen. Im Besucherzentrum gibt es frei zugängliches Wifi, wer ein Mitbringsel benötigt, dem empfehle ich die Alu-Nordkap Tasse. Perfekt für den Camper: leicht im Gewicht und in der Reinigung, robust und stoßfest, dazu gut isolierend und schön. Ich bin normalerweise immun gegen so Zeug, an der Tasse konnte jedoch selbst ich nicht vorbei gehen. Sie verbleibt im Camper und ist eine schöne Erinnerung an einen wunderschönen Trip.

 

Senja, Gryllefjord

Übernachten im eigenen Fjord. Geht nicht? Oh doch, geht! Die Fahrt in Richtung Gryllefjord ins Land der Trolle, war eine recht spontane Idee. Aber eine gute. Gewaltige Landschaft, menschenleer, viele Wandermöglichkeiten, viele Freistehplätze, eindrückliche Küstenlinie und ein Trollmuseum mit Ver- und Entsorgung. Und am Ende lockt eine alte Passstrasse die geschlossen ist und wo die Anfahrt als Schlafplatz einlädt, ganz am Ende des Fjords. Umgeben von Bergen und Wasser. Absolute Ruhe und schöne Abgeschiedenheit. Naja, okay….ein paar Trolle trollen da natürlich herum. Haben uns aber in Ruhe gelassen, wussten wohl nicht, wie sie meinen Co-Piloten einschätzen sollen.
Traumhaft!

 

Nyksund

Auch so ein ungeplanter Stopp. Ich weiß gar nicht so genau, wie es mich dort hin spülte. Ich war auf der Suche nach einem schönen Platz der gen Mitternachtssonne ausgerichtet ist. So kam ich irgendwie auf Nyksund, ein ehemals verlassenes Fischerdorf, das nun wieder neu aufgebaut, renoviert und besiedelt wird. Die Anfahrt ist zwar etwas beschwerlich, 10 km schlechte Straße bis Schotterstraße sind zu überwinden.

Der Aufwand lohnte sich. Das Wetter belohnte mich mit tollem Sonnenschein und herrlichen Farben….bis es sich dachte: och….ich schlag jetzt mal um und schick Zottl, Kai und seinem Co-Piloten einen halben Orkan vorbei. Und das i-Tüpfelchen: man kommt durch Myre, und dort ist hinter der ESSO Tankstelle eine VuE Station. Für 30 NOK konnte ich alle Tanks leeren und wieder füllen…naja….der Dieseltank war natürlich nicht inklusive.

 

Unstad Beach

Eine Hammer Bucht auf den Lofoten mit tollem Strand. Umrahmt von hohen Bergen. Die Anfahrt ist etwas schwierig. Geht sie doch durch einen einspurigen Tunnel, der eigentlich jedoch mit genug Ausweichstellen versehen ist. Momenten (Anf. Juni 2018) wird der Tunnel jedoch renoviert und die meisten Ausweichbuchten sind gesperrt oder mit Baumaterial belegt. Auf eine Ampelregelung wird verzichtet. Als ich durchfuhr, war Stau, ein LKW stand im Weg, ein PKW musste 300 m rückwärtsfahren. Ich hatte Glück, fuhr ich doch hinter einem riesen Gülletraktor hinterher, der sich weigerte rückwärts zu fahren. So mussten alle anderen weichen!

Am Unstad Beach kann man offiziell übernachten, kostet ca. 100 NOK. Allerdings konnte ich keine Toiletten oder sonstiges finden. Ich blieb über Nacht, sah die Mitternachtssonne, beobachtete ein Filmteam und viele Surfer. Einer meiner Lieblingsorte auf meiner Reise. In der Vorsaison schön ruhig über Nacht.

 

Haukland Beach

Liegt gleich neben dem Unstad Beach. Ein fantastischer Strand. Karibisch weiß, türkises Wasser, es geht sehr flach rein, sauber, breit und unschlagbar schön. Bei sonnigem Wetter fühlte ich mich nicht nördlich des Polarkreises sondern direkt in die Karibik gebeamt. In der Vorsaison nicht überlaufen, gut ein Parkplatz zu finden. Zeltwiese, WC und fließend Wasser vorhanden. Übernachtung kostenlos. Hier konnte ich wunderbar die Seele baumeln lassen. Verbrachte die Nacht dort. Zum Glück schlug das Wetter über Nacht wieder um, so fiel mir der Abschied von diesem wunderschönen Flecken Erde nicht ganz so schwer am nächsten Morgen.

 

Kvalvika Beach

Ein weiterer WOW! Strand. Allerdings muss man sich ein wenig anstrengen, bevor man den WOW-Effekt zu sehen bekommt. Mit einem Fahrzeug mit Rädern kommt man nicht hin. Entweder 2 km über Stock und Stein oder irgendwie mit dem Boot. Ich wählte den Weg über Stock und Stein.

Toller Weg, nicht die einfachste Kategorie, trittfest sollte man sein. Selbst bei schlechtem Wetter, Nieselregen, Nebel, Sturm bekommt die Wanderung von mir eine Empfehlung. Es geht über Holzstege, Steine, verlegte Bretter, und Felsen, erst bergauf, dann wieder bergab. Als Belohnung taucht aus dem dichten Nebel der Kvalvika Beach auf. Und wer hier noch nicht genug hat, läuft noch zur Nachbarbucht, die ebenfalls sehenswert ist.

Ich habe genug, meine schlecht eingelaufenen „Wanderschuhe“ machen mir das Leben schwer. Gerne hätte ich meine Drohne zum zweiten Strand geschickt um sie die Arbeit für mich machen zu lassen, das Wetter war jedoch zu schlecht. An einen Start war nicht zu denken. Geparkt und genächtigt hatte ich direkt am Wanderparkplatz. Der ist jedoch, besonders am Wochenende, gut besucht und man benötigt ein wenig Glück einen Parkplatz zu bekommen.

 

Bei Skårsvika, Sandhornøy, 67°09’49.4″N 14°13’43.7″E

Auch so ein Spot, den ich nicht geplant hatte. Am Saltstraumen wollte ich nicht nächtigen, mir war nach mehr Ruhe. So suchte ich eine Stunde während des Abendessens um einen möglichen Schlafplatz abseits der Hauptroute zu finden. Und ich stieß auf einen Parkplatz bei Skårsvika, Sandhornøy. Google Maps und Google Street View sind sich zwar nicht einig wie es genau vor Ort aussieht. Das Risiko ging ich jedoch ein und wurde belohnt. Riesen Parkplatz, Menschenleer, moderne WC Anlage, sogar Duschen gibt es. Ich war aus dem Häuschen und überrascht, dass es am Ende der Welt sowas gibt. Der Stand ist breit, lang und einsam. Und im Rücken hate ich eine hunderte Meter hohe Felswand. Was für ein Kontrast.

 

Reine/Reinebringen

Soll wirklich schön sein, allerdings nicht als ich vor Ort war. Regen, Sturm, tiefe Wolken. Es gab nix zu sehen, auch die Drohne konnte nicht in die Luft gehen. Wettertechnisch war das der übelste Tag auf meiner Tour.

 

Küstenstraße Fv 17

Was soll ich sagen, wer gerne fährt und schöne Landschaften zu schätzen weiß, ist hier sicher richtig. Ich hatte unheimlich Spaß. Wenig Verkehr, bin oftmals auch bis spät abends gefahren, selbst mit Zottl ging es zügig um die Kurven sowie auf und ab. Dazu faszinierende Landschaften, die am Fenster vorbeiziehen und immer wieder wechseln. Die Fährfahrten zwischendurch dienen zum einen als angenehme Pause oder zum Kochen, Essen, Blog schreiben oder Video editieren. Parallel dazu erleichtern sie aber auch noch ein wenig den Geldbeutel.  

Auf der Fv 17 kann man sicher Wochen verbringen. Soviel Zeit hatte ich leider nicht. Ich bekam jedoch einen tollen Eindruck und genoss jeden Kilometer den ich auf dieser Küstenstraße fahren durfte.

 

Torghatten

Von der 17 biege ich in Salhus auf die 76 ab und fahre in Richtung „Loch im Stein“. Kleiner Umweg, er war es aber wert. Ein 800 m langer Aufstieg vom No Camping Parkplatz führt mich direkt ans Loch. Der Aufstieg geht wieder über Stock und Stein, trittfest sollte man sein. Um oben durch das Loch zu laufen, muss ich wieder 100 Stufen runter. Schon steh ich im Loch und hoffe, dass mir nix auf den Kopf fällt. Die Decke ist rissig und zerklüftet. Sieht so aus, als könnte jede Sekunde wieder ein Bröckli runterkommen.

Der Blick durch das Loch auf die andere Seite fällt auf Küstenlinie und viele vorgelagerte kleine Inselchen. Wunderschön! Ich hätte nun dem Rundweg folgen können, entscheide mich jedoch dagegen, drehte um und laufe den gleichen Weg zurück.

 

Grungstadfossen (64°37’40.9″N 12°16’02.1″E)

Ein noch etwas unbekannter Wasserfall an der Fv 17. 2 km Schotterstrecke und 100 m laufen, schon hat man einen ersten Blick auf den Wasserfall. Ans obere Ende des Wasserfalls führt ein Weg. Das untere Ende konnte ich nicht erreichen.

 

>> Alles über die Kosten und Reiseerfahrungen, sowie die TOP 10 Übernachtungsplätze, erfahrt ihr im nächsten Beitrag!

 

 

Linktipps

Kai auf dem CARAVAN SALON DÜSSELDORF 2018

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