In der Welt
zu Hause.

29.08.-06.09.2020

28.08.2020 Fachbesuchertag

Eine Wohnmobil-Weihnachtsgeschichte mit Überraschungen

Lesen Sie eine spannende Wohnmobil-Weihnachtsgeschichte mit Überraschungen!

Wir sind Heike und Wolfdietrich Anger aus dem Odenwald. Zusammen sind wir das Team Traumfährten und seit fast 40 Jahren gemeinsam mit verschiedenen Campingfahrzeugen unterwegs. Mit unserer Wohnmobil-Weihnachtsgeschichte wünschen wir all unseren Caravaningfreundinnen und -freunden ein frohes Fest und einen guten gesunden Rutsch ins neue Reisejahr.

Fahrer gesucht!

Die frisch verwitwete Elva glaubt alles verloren haben: Ihren geliebten Mann, die gemeinsamen Urlaube im Wohnmobil, ihr beschauliches Alltagsleben, den Mut, sich neuen Aufgaben zu stellen. Für das Wohnmobil beschließt sie, ist kein Platz mehr in ihrem Leben. Vor dem Verkauf will Elva jedoch eine allerletzte Reise machen. Um ein Versprechen einzulösen. Dazu engagiert sie einen Fahrer, der sie mit dem Wohnmobil in die Vogesen bringen soll. Die Fahrt startet mehr als holperig. Denn Elvas Fahrer ist nicht der, der er vorgibt zu sein. Als sie im Schneechaos mitten im Winterwald einen Notstopp auf einem Parkplatz einlegen müssen, wird Elva mit ihrer Gegenwart und ihrer Vergangenheit konfrontiert. Und plötzlich ist sie auf dem besten Weg, ein kleines Weihnachtswunder zu erleben.

Eine Wohnmobil-Weihnachtsgeschichte

Drei Briefe hatte sie als Antwort auf ihre Anzeige erhalten. Der erste strotzte vor Rechtschreibfehlern, sodass sie ihn sofort zur Seite legte. Im zweiten lag ein Foto, das sie zur gleichen Reaktion veranlasste. Blieb noch Brief Nummer drei.»War wahrscheinlich sowieso eine blöde Idee von mir«, murmelte Elva, während sie den perlmuttweißen Umschlag mit dem Brieföffner aufschlitzte. Als sie den Briefbogen auseinanderfaltete, stutzte sie. Die Handschrift kam ihr bekannt vor. Die Art, wie der Schreiber mit einem kühnen Querstrich die großen H teilte. Der lange schnurgerade Endstrich beim kleinen R. Die kleinen M und N wirkten wie Minimaulwurfshügel, die nach rechts kippten und sich danach in der Buchstabenlandschaft verloren. Elva runzelte die für ihr Alter erstaunlich glatte Stirn. Woran oder, besser gesagt, an wen erinnerte sie das Schriftbild? Sie drehte das Blatt um und las die Unterschrift.

»Kenne ich nicht«, musste sich Elva eingestehen. Und dennoch. Anders als bei den ersten beiden Briefeschreibern sah sie bei diesem durchaus Potential. Sie griff zu Papier und Kuli.

Vier Wochen später stand Elva neben dem Carport ihres Reihenendhauses. Ihre Wangen, ja ihre ganze Haut kribbelte, als ob ein Ameisenstaat darüber krabbelte. Und das lag nicht an der Winterkälte. Elva war nervös. Heute war der Tag der Tage. An dem sie das umsetzen würde, was sie mit ihrer Anzeige in einem der einschlägigen Reisemobilmagazine in Gang gesetzt hatte. Ein dunkelblauer Kleinwagen stoppte vor ihrem Haus und ein stattlicher Mann mühte sich in eine aufrechte Position.

Elva ging auf ihn zu. »Alex?«

»Genau der.« Alex Huber griff nach ihrer Hand und drückte sie herzlich.

Vielleicht eine Spur zu lange und zu intensiv, dachte Elva. Schließlich kannten sie sich lediglich aus Briefen und E-Mails. In denen sie ihre zukünftige geschäftliche Beziehung ausgearbeitet hatten.

Elva löste ihre Hand aus der seinen. »Möchten Sie vielleicht noch einen Kaffee?«

Alex Huber schüttelte den Kopf. »Von mir aus kann es gleich losgehen. Wir haben ja ein ganzes Stück Piste vor uns.«

Elva reichte ihrem Reisebegleiter ein Schlüsselbund. »Wenn Sie dann Ihre Sachen im Wohnmobil verstauen möchten? Ich habe Ihnen im Schrank zwei Fächer freigelassen. Und das Alkovenbett ist frisch bezogen.«

»Danke.« Alex strahlte wie ein Honigkuchenpferd. »Ich werde mich in luftiger Höhe sicherlich wohlfühlen.«

Woran Elva insgeheim zweifelte. Alex hatte in natura deutlich mehr Körperfülle als auf dem Foto, das er ihr geschickt hatte. Aber was soll’s, dachte sie. Sie war schließlich auch nicht mehr das Elflein von vor mehr als fünfzig Jahren.

»Sie können ja schon mal das Wohnmobil rausfahren«, sagte sie mit einem nachsichtigen Lächeln. »Ich will nur noch überprüfen, ob ich alle Fenster und Türen geschlossen habe.«

Alex lächelte zurück. Bis Elva die Haustür geöffnet und im Haus verschwunden war. In dem Moment bildeten sich auf seiner Stirn Sorgenfalten. Tiefe Sorgenfalten. Himmel, worauf hatte er sich da eingelassen? (…)

Bilder: Dethleffs

Wie es mit Elva und ihrem geheimnisvollen Fahrer weitergeht, erfahren Sie auf dem Traumfährten Blog. Viel Spaß beim Lesen und ein frohes Fest!

Linktipps

www.hkanger.de
www.traumfaehrten.de
https://www.facebook.com/Traumfaehrten/
https://www.instagram.com/traumfaehrten/