27.08.-05.09.2021

LEIDENSCHAFT, DIE VERBINDET.

27.08.-05.09.2021

Welches Wohnmobil eignet sich für das Wintercamping?

Statistiken zeigen: Das Campen im Winter wird immer beliebter – vor allem, wenn andere Übernachtungsmöglichkeiten wegfallen. Doch nicht jedes Gefährt ist für tagelange Ausflüge bei Eis und Schnee geeignet.

Ein Beitrag von Sebastian Schläger

Winterliche Temperaturen stellen eine Herausforderung für die Heizung, Isolierung und Wasserversorgung dar. Und auch der Energie- und Platzbedarf ist in der kalten Jahreszeit deutlich höher.

Viele Hersteller reagieren auf die Bedürfnisse von Wintercampern und bieten passende Wohnmobile an. Auf welche Kriterien du bei der Auswahl achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet „wintertauglich“ und „winterfest“?

Die beiden Begriffe tauchen immer wieder auf, wenn es um Wohnmobile für die kalte Jahreszeit geht. Umgangssprachlich werden sie oft synonym verwendet. Tatsächlich aber ist der Unterschied genau in der DIN-Norm EN 1646-1 festgelegt:

Wintertaugliche Modelle müssen sich innerhalb von zwei Stunden von 0 auf 20° C erwärmen lassen.

Bei winterfesten Wohnmobilen wird sogar eine Tiefsttemperatur von -15° C angesetzt. Innerhalb von vier Stunden müssen 20° C erreicht und stabil gehalten werden. Außerdem muss das Trink- und Abwassersystem vor Frost geschützt sein.

Wahrscheinlich siehst du bereits: Winterfeste Wohnmobile eignen sich deutlich besser für extreme Minusgrade als ihre wintertauglichen Pendants. Darum konzentrieren wir uns im Folgenden auf diesen Typ.

© Pixabay

Wichtige Kriterien für winterfeste Wohnmobile

>>> Heizung

Mit Frostbeulen aufwachen und bibbernd in die Dusche steigen? Das muss heutzutage nicht mehr sein. Winterfeste Wohnmobile besitzen Heizungsanlagen, die selbst längere Aufenthalte im Gefährt komfortabel ermöglichen.

Warmluftheizungen sind der Klassiker bei Wohnmobilen. Sie heizen den Innenraum schnell auf und lassen sich einfach regulieren. Jedoch beklagen sich viele Wintercamper über ein Problem: Die Luft wird nicht gleichmäßig beheizt. Meistens bleiben kalte und feuchte Stellen im Gefährt. Außerdem entzieht dieser Heizungstyp der ohnehin trockenen Winterluft zusätzliche Feuchtigkeit.

Warmwasserheizungen arbeiten langsamer, geben die Wärme aber gleichmäßiger an den Innenraum ab. Gleichzeitig erhöhen sie die Luftfeuchtigkeit, was von vielen Nutzern als angenehm empfunden wird. Ein Nachteil ist der höhere Preis. Warmwasserheizungen sind meist im Premium-Segment zu finden. Viele Hersteller integrieren daneben eine Fußbodenheizung für zusätzlichen Komfort.

>>> Isolierung

Die stärkste Heizung nützt nichts, wenn die Wärme nach kurzer Zeit wieder entweicht. Darum sind winterfeste Wohnmobile mit gut isolierten Außenwänden versehen. Bei Qualitätsprodukten können diese bis zu 3 cm dick sein, was der Isolierleistung einer Ziegelwand entspricht.

Trotz dicker Wände verbleiben Stellen, an denen wertvolle Wärme entweichen kann. Darunter fällt beispielsweise die Frontscheibe, da diese unisoliert bleiben muss. Die effektivste Lösung für das Problem bieten Alkovenmobile, bei denen sich Fahrerhaus und Wohnbereich abtrennen lassen. Manche Premium-Reisemobile wie der Concorde Credo sind dagegen mit elektrischen Frontrollläden ausgestattet.

Wenn du die Isolierung weiter verbessern willst, solltest du bei den Herstellern auf folgende Ausstattungsmerkmale achten:

  • Isolierte Seitenscheiben neben den Vordersitzen
  • doppelt verdichtete Türen und Klappen
  • Kunststoffrahmen an den Fenstern
  • doppelter Boden
  • Verzicht auf eine Fahrertür: Wer ohne diesen Einstieg leben kann, verliert weniger Wärme durch den Türspalt.

Auch das Design des Innenraums spielt eine Rolle für die Isolierung: Möbel sollten nicht direkt an der Wand stehen, sondern ein paar Zentimeter Abstand haben. So wird die Entstehung von Kältebrücken vermieden.

>>> Wasser

Die meisten Sommercamper entleeren ihre Leitungen im Winter, damit diese nicht zufrieren. Soll das Gefährt jedoch in der kalten Jahreszeit genutzt werden, muss die Wasserversorgung vor Frost geschützt sein.

Hersteller wie Ahorn, Hymer und Hobby bauen deshalb isolierte Leitungen ein. Da der Wassertank meist außerhalb des Innenraums angebracht ist, sollte auch dieser isoliert sein. Standardmäßig wird der Tank entweder beheizt oder in einem isolierten Doppelboden verbaut.

Ein Tipp: Achte darauf, dass der sog. Frostwächter im Gefährt ebenfalls beheizt wird. Registriert dieses Bauteil nämlich eine Temperatur unter 3° C, entleert es automatisch das Leitungssystem.

>>> Energieversorgung

Bei der Versorgung der Heizung sind klassische Gasflaschen immer noch weit verbreitet. Jedoch steigt im Winter der Verbrauch – und damit auch der benötigte Stauraum.

Dieselheizungen haben demgegenüber einen entscheidenden Vorteil: Zum Nachfüllen reicht eine Fahrt zur Tankstelle. Da das Gas nur noch zum Kochen und Erwärmen des Wassers benötigt wird, genügen kleine Flaschen. So kann zusätzlicher Stauraum gewonnen werden, was vor allem in kleinen Wohnmobilen von Vorteil ist.

© CIVD

>>> Größe

Im Winter wirst du dich durchschnittlich länger im Wohnmobil aufhalten als im Sommer. Außerdem benötigst du Platz zum Verstauen von Winterkleidung, Schneeschaufeln oder deiner Ski-Ausrüstung. Darum solltest du das Gefährt lieber eine Nummer zu groß als zu klein wählen.

Natürlich musst du hier einen Kompromiss eingehen. Wenn du nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen fahren darfst, sind der Größe des Wohnmobils Grenzen gesetzt. Schließlich gehen Extras wie doppelter Boden und dicke Isolierwände ordentlich ins Gewicht.

Mehr Stauraum erreichst du jedoch nicht nur durch ein größeres Wohnmobil, sondern auch durch ein Vorzelt. In diesem kannst du z. B. nasse Kleidung aufhängen oder Getränke lagern. So bleibt mehr Platz im Inneren.

Hi, ich bin Sebastian und ich bin leidenschaftlicher Camper. Vor einigen Jahren habe ich mir den Traum vom eigenen Campervan erfüllt und einen VW-Bus zum Wohnmobil umgebaut. Hier kannst du mehr über mich erfahren!

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