Campervans im Fokus

 © Messe Düsseldorf/Tillmann

Wie viel Komfort und Funktionalität sich heute auf kompaktem Raum unterbringen lassen, zeigten die Campervans auf dem CARAVAN SALON 2026 in beeindruckender Weise. Der folgende Artikel des Magazins Reisemobil Caravan gab einen Einblick in einige ausgewählte Neuheiten auf der diesjährigen Weltleitmesse.

Text: Daniel Schlicke und Mathias Piontek | Quelle: Reisemobil Caravan

FORSTER Vantasy 599 HB

Nachdem Forster im vergangenen Jahr die neue Einsteiger-Baureihe Livin’ Up Pro präsentierte, überträgt der Hersteller diese Möbelkonstruktion zur kommenden Saison auf die darüber positionierte Vantasy-Baureihe. In der Folge wachsen der Stauraum in den Oberschränken, die Arbeitsfläche in der Küche und auch das Kühlschrankvolumen spürbar an. In den Vantasy-Modellen kommt außerdem eine erweiterte Komfortausstattung zum Einbau: Rahmenfenster, eine Dieselstandheizung oder die klapp- und erweiterbare Tischplatte zählen zur Ausstattung ab Werk. Zudem kommen ein platzsparender Vario-Waschraum mit schwenkbarer Duschwand, ein neuer Küchenblock mit ausziehbarer Arbeitsplattenverlängerung und Multifunktionswand sowie weitere Ablagen über den Hecktüren und im Fahrerhaus hinzu. Die Grundrisse sind klassisch Kastenwagen, das Design ist modern. Die Preise starten bei 48.900 Euro für den 599er mit Hubbett.

 © Forster

ETRUSCO CV 640 PB+

Etrusco, eine bei Laika in der Toskana produzierte Marke der Erwin Hymer Group, hat ihren Kastenwagen Etrusco CV 640 PB+ überarbeitet. Haupt-Augenmerk liegt dabei auf dem Vario-Bad aus dem Hymer-Regal, dessen sich nun auch Etrusco bedient: Schwenkt der Camper das Waschbecken samt Spiegelwand über das Dreh-WC, entsteht eine gut nutzbare Duschkabine. Angenehmer Nebeneffekt: Die aufgrund der Karosserieform notwendige Schräge im oberen Bereich der Spiegelwand führt beim Duschen zu spürbar mehr Kopffreiheit. Das Badfenster mit verschiebbarer Blende ist ausschließlich bei aufgeschwenkter Duschkabine zu sehen. Ebenfalls neu im Rahmen der Modellpflege ist das Dachfenster über dem Fahrerhaus.Der Grundriss des Etrusco CV 640 PB+ ist ansonsten bekannt: Halbdinette, Küche gegenüber dem Bad an der Schiebetür und ein elektrisch angetriebenes Hubbett für zwei Reisende über dem Heckstauraum. Grundpreis: ab 61.999 Euro.

 © Etrusco

FLOWCAMPER Grande Max Spezial

Mit der Ausstattungsvariante „Spezial“ ergänzt Flowcamper seinen bewährten Ausbau auf extralangem Sprinter um eine weitere Besonderheit: ein neu gedachtes Dachsofa. „Wir stellen an vielen Stellen die durch Social Media entstandenen Ideen in Frage. Die sehen zwar schick aus, es fehlt ihnen aber an Praxistauglichkeit“, sagt Martin Hemp, Chef von Flowcamper. So wagt er den Versuch einer Alternative zur klassischen Dachterrasse: Statt zusätzlicher Plattform und Leiter setzt Martin Hemp auf den Durchstieg durch ein extragroßes Echtglas-Dachfenster von Hünerkopf und ein klappbares Dachsofa, dessen Lehne aus den aufstellbaren Solarmodulen entsteht. Passende Polster wurden ergänzt. Der extralange Sprinter samt Ausbau startet bei 181.000 Euro, für die Einzeloption „Spezial“ nennt Flowcamper keinen Preis. Das Fotofahrzeug, ausgestattet mit weiteren Flowcamper-Tricks wie dem Dachzelt mit Durchstieg, kommt auf 247.000 Euro.

 © Flowcamper

MOBILVETTA Karys

Gemäß Marken-DNA liegt der Fokus von Mobilvetta auf einem gediegenen Jacht-Design. Das erfinden die Italiener zur Saison 2027 neu: Der Karys macht Schluss mit Hochglanz-Holzfurnier und Chromleisten. Dem Hersteller ist ein klarer und fließender Stil gelungen, mit einer dezenten Palette aus dunklen Grau- und Weißtönen. Zweifellos sieht der Möbelbau sehr viel moderner aus als der des Vorgängers, dem Admiral. Durchgehende, teilweise abgerundete Dachstauschränke mit grifflosen Klappen, das offene Fahrerhaus samt Panoramafenster und der neue, freitragende Tisch verbessern das Raumgefühl. Dazu passt die kaltweiße Ambientebeleuchtung mit horizontalen und vertikalen LED-Leuchtstreifen. Nicht neu, aber dem Design-Anspruch entsprechend, sind die Küchenarbeitsplatte aus Mineralwerkstoff, textile Wandverkleidungen sowie zweierlei Kunstlederbezüge für die Sitzgruppe. Bei den Grundrissen bleiben sich die Italiener treu. Der Karys wird in den Längen 5,99 und 6,36 Meter mit quer oder längs verbautem Hubbett angeboten. Außerdem gibt es die lange Variante mit Einzel-Längsbetten. Vor den Betten platziert Mobilvetta ein Schwenkbad und gegenüber eine Kombüse mit hochgesetztem Kühlschrank. Neu ist die Tischkonstruktion: Beide Platten können einzeln oder kombiniert eingesteckt werden und verzichten auf ein zentrales, oftmals störendes Tischbein. Auch bei der technischen Ausstattung verspricht Mobilvetta eine klare Aufwertung. 

 © Daniel Schlicke

PÖSSL Summit Shine 640 R Evo

Auf Basis des 640er Citroen Jumper präsentiert Van-Spezialist Pössl seinen neuen Summit Shine 640 R Evo. Besondere Kennzeichen: elektrisches Hubbett für Längsschläfer im Heck und Grundriss mit einer Durchgangs-Dusche in der Fahrzeugmitte. Für das Hubbett gibt Pössl ein Maß von 1,94 Meter an auf der Fahrerseite und 2,04 Meter auf der Beifahrerseite. Bei der ersten Vorstellung ermittelten Pressevertreter allerdings nur 1,80 Meter Länge für das Bett, was nun wirklich nicht viel ist. Wie sich die Konstruktion mit dem durch zwei Rolltüren abgetrennten Duschbad in der Praxis bewährt, wird ein Test noch zeigen müssen. Sehr vorteilhaft fürs Raumgefühl ist der komplett freigeräumte Bereich über den Vordersitzen. Allerdings entfällt durch dieses Design auch wertvoller Stauraum. Den wiederum schafft Pössl in der Küche durch ein unkonventionelles Drehschränkchen, wie man es aus manch heimischer Küchenzeile kennt. Es schwenkt aus dem Küchenblock am Eingang heraus und bietet gut zugänglich Platz für Töpfe.

 © Pössl

RAPIDO V64

Kompakt bei gleichzeitig größtmöglichem Wohnkomfort und ohne Abstriche in Sachen Praxistauglichkeit und Agilität, ein frommer Wunsch oder gar ein Widerspruch in sich? Rapido versucht’s mit einem ganz neuen Grundriss: Küche und Sitzbank tauschen im V64 die Plätze. Von Vorteil ist daran, dass der Camper näher an der Tür sitzt, während der Gasherd vor Zugluft geschützt ist. Im Küchenblock ist platzsparend eine dreigliedrige Tischplatte integriert, die sich in drei Stufen je nach Bedarf herausziehen und dann auffalten lässt. Komplett ausgezogen stützt ein Klappfuß die patentierte Konstruktion. Beinahe genauso individuell ist das Queensbett im Heck, das mit 140 mal 195 Zentimetern reichlich Platz zum Schlafen und seitlich jeweils ausreichend Bewegungsfreiheit bietet. Die Kopfenden des Betts lassen sich einzeln in zwei Stufen aufstellen und auch senkrecht arretieren, ideal für gemütliche Lesestunden oder den Transport von sperrigem Gepäck wie Fahrrädern. In der Basisaus-stattung rollt der V64 auf Peugeot Boxer mit 140-PS-Handschalter und als 3,5-Tonner zum Kunden. 

 © Mathias Piontek

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