Sächsische Weinstrasse
© Klaus-Peter Hausberg
Begleitet Sie mich auf eine Reise entlang der Sächsischen Weinstraße – von Pirna bis Diesbar-Seußlitz. Die Route verbindet Genuss, Geschichte und Gastfreundschaft zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Quelle: Klaus-Peter Hausberg | www.ferienstrassen.info
Genuss und Kunst entlang der Sächsischen Weinstraße
Meine Tour entlang der 55 Kilometer langen Sächsischen Weinstraße beginnt in Pirna, dem Tor zur Sächsischen Schweiz, und führt mich durch eine der charmantesten und zugleich kleinsten Weinregionen Deutschlands. Schon kurz hinter Pirna tauche ich in die jahrhundertealte Kulturlandschaft ein, die vom Weinbau geprägt ist – und das seit über 850 Jahren.
Der erste weinkulinarische ebenso wie kulturelle Höhepunkt ist der Besuch auf dem Weingut Klaus Zimmerling, einer von drei VDP-Winzern im Sächsischen Weinland. Bei einem köstlichen Glas Wein, einem leckeren Brot und Pastete genieße ich den Blick hinab auf die Rebstöcke im Tal und die Elbe. Seine Frau, die Künstlerin Malgorzata Chodakowska, thematisiert in ihren anmutigen und grazilen Skulpturen die Sehnsucht nach der inneren Ruhe und die Suche nach dem inneren Gleichgewicht. Eine wundervolle Verbindung zwischen Wein und Kunst in der neu erbauten Vinothek.
Weingut Klaus Zimmerling © Klaus-Peter Hausberg
Zwischen Weinbergen und Baukunst Kultur und Kulinarik auf der Sächsischen Weinstraße erleben
Max Mustermann
Die Pfundsche Molkerel in Dresden aus dem 19.Jh. © Klaus-Peter Hausberg
Kulturmetropole mit tief verwurzelter Weinkultur
Dresden, die sächsische Landeshauptstadt und Highlight der Tour, begeistert mit ihrer beeindruckenden Architektur. Frauenkirche, Semperoper und der Zwinger zählen zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Doch auch hier zeigt sich: Der Wein gehört zur Stadt. In den Vinotheken der Neustadt oder in den Weinstuben der Altstadt lässt sich das Glas auf die faszinierende Verbindung von Kultur und Genuss erheben. Es war übrigens die vierte Weinregion, die ich nach Baden, der Bergstraße und dem Ahrtal erkundet habe, und die 15. Ferienstraße im Rahmen meiner GRAND TOUR. Wenn ich also sage, dass ich diese Route zu meinen Lieblingen zähle, dann dürft auch ihr euch freuen: auf den Wein, die Schönheit der Landschaft, die außergewöhnlichen kulturellen Angebote und die Begegnung mit den netten Menschen, die hier entlang der Route leben.
Albrechtsburg in Meißen © Klaus-Peter Hausberg
Von Radebeul nach Meißen
Nächste Station ist Radebeul, das Herz des Sächsischen Weinbaus. Hier wird Geschichte lebendig: im Karl-May-Museum, auf den Spuren des Schriftstellers oder bei einer Weinprobe im traditionsreichen Weingut Hoflößnitz – übrigens das Besucherzentrum der Sächsischen Weinstraße. Die typischen, mit Bruchsteinmauern terrassierten Steillagen prägen das Landschaftsbild und erinnern an südliche Gefilde. Besonders reizvoll ist eine Wanderung auf dem Sächsischen Weinwanderweg, der hier direkt durch die Reben führt. Mein Reisemobil findet problemlos Platz auf einem der nahegelegenen Stellplätze – mit Blick über das Elbtal, in dem sich die Sonne spiegelt.
Die Fahrt geht weiter nach Meißen, der Wiege des sächsischen Weinbaus und Heimat des weltberühmten Porzellans. Über der Stadt thront die Albrechtsburg, und unterhalb der Burg reifen in den steilen Hängen Traminer, Grauburgunder und der nur hier angebaute Goldriesling. Das jährliche Weinfest in Meißen ist – ebenso wie das Weinfest in Radebeul – ein lebendiger Beweis für die Bedeutung des Weins in der Region: Musik, Kulinarik und Geselligkeit verschmelzen hier auf wunderbar sächsische Weise.
Schloss Wackerbarth © Klaus-Peter Hausberg
Das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul © Klaus-Peter Hausberg
Genussvolle Entdeckungen entlang der Elbe
Mein Weg führt weiter durch das Elbtal, vorbei an kleinen Winzerhöfen, Straußwirtschaften und liebevoll gepflegten Dörfern. In diesen rustikalen Einkehrmöglichkeiten, betrieben von Klein- und Nebenerwerbswinzern, lässt sich das ursprüngliche Sachsen erleben – bei einem Glas Müller-Thurgau oder Riesling und einer deftigen Mahlzeit. Wer tiefer eintauchen möchte, sollte eine der Veranstaltungen zur Weinlese besuchen oder die Tage des offenen Weingutes Ende August erleben. 50 Weingüter – darunter auch das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth und das VDP-Weingut Schloss Proschwitz – öffnen dann ihre Keller und laden zu Verkostungen ein.
© Klaus-Peter Hausberg
Ein genussvoller Abschluss in Diesbar-Seußlitz
Schließlich erreiche ich Diesbar-Seußlitz, das charmante Ende der Sächsischen Weinstraße. Hier, inmitten von Elbweindörfern, klingt meine Reise aus – mit Blick auf die Rebhänge, in denen der Spätburgunder gedeiht, und einem letzten Glas Wein in der Hand. Der Klimawandel verändert zwar die Bedingungen, doch bringt er zugleich neue Möglichkeiten hervor: Der Wein aus Sachsen bleibt eine Rarität und ist ebenso wie die Landschaft und Kultur entlang der Route sehr empfehlenswert und eine Entdeckung wert. Wer die sächsischen Weine erleben will, sollte sich Zeit nehmen. Und Platz lassen. Im Herzen wie im Kofferraum – für Erinnerungen und ein paar Flaschen leckeren Wein.
Das Weinstraßennetz: Genussvolle Verbindungen durch Deutschlands Weinregionen
Das im Aufbau befindliche Weinstraßennetz verbindet die 13 Weinregionen Deutschlands über sogenannte „Weinstraßen“, zu denen u. a. die Deutsche Weinstraße, die Badische, die Württemberger sowie die in Franken und Saale-Unstrut zählen. Sie führen durch reizvolle Landschaften, vorbei an Weinbergen, Flüssen und empfehlenswerten Weinorten mit Winzern, Weinstuben, Gasthöfen, Spitzen-restaurants und attraktiven Ausflugszielen. Die Initiative richtet sich an Menschen mit Freude an genussvollen Ausflügen und individuell gestalteten Weinreisen.