Wander-Tipps für gesunden Winterspaß
© erlebe.bayern
Man braucht nicht immer Ski, Board oder Schneeschuhe. Das bayerische Winterwunder lässt sich auch per pedes erleben. Viele Ferienorte pflegen Wege für Spaziergänge über knirschenden Schnee.
Quelle: erlebe.bayern Text: Markus Stein
Steinwald: Kurztour zur Burgruine Weißenstein
Der bis knapp 1.000 Meter hoch gelegene Steinwald in der Oberpfalz ist einer der kleinsten Naturparks Bayerns, steht aber seinen großen Kollegen in Sachen Schönheit kaum nach. Für kalte Wintertage bietet sich eine kurze Wanderung zur Burgruine Weißenstein an, südlich von Marktredwitz. Startpunkt ist der Wanderparkplatz Weißenstein bei Hohenhard. Dort kann man zuerst die „Basaltpferdchen“, markante Basaltsäulen, bewundern.
Über einen Abschnitt des Fernwanderwegs Goldsteig geht’s dann hinauf zur Burgruine Weißenstein. Entstanden ist die mittlerweile restaurierte Anlage im 11. Jahrhundert, sie wurde bis um 1550 genutzt. Man kann über Treppen den einstigen Bergfried besteigen und wird dafür mit einem weiten Blick über den Oberpfälzer Wald belohnt. Anschauen sollte man auch das Felsentor Kiebitzstein, ein besonderes Geotop. Man kehrt nun zum Parkplatz zurück oder zieht weiter bis zum Oberpfalzturm, ebenfalls mit herrlicher Fernsicht.
Dank guter Markierungen findet man sich auf den Wegen problemlos zurecht. Tipp: Beim Wanderparkplatz Weißenstein lädt das traditionsreiche „Marktredwitzer Haus“ zur Einkehr ein.
Schwierigkeit: Leicht
Dauer: 2 Stunden
Länge: 8 km (mit Oberpfalzturm)
Mehr Informationen unter: oberpfaelzerwald.de
© erlebe.bayern, Thomas Linkel
Schlierseer Berge: Winterwanderung zum Rotwandhaus
Die 1.884 Meter hohe Rotwand gehört zu den Münchner Hausbergen. Ausgangspunkt einer winterlichen Besteigung ist der auch mit dem ÖPNV erreichbare Spitzingsee. Hinter der Kirche am südlichen See-Ende nimmt man die kleine Privatstraße in Richtung Valepp. Man hält sich kurz darauf links in Richtung Rotwand, folgt dem Straßenverlauf und biegt nach der Maxlrainer Diensthütte rechts ab.
Der Weg wird steiler, man gelangt auf freie Almwiesen. Unter dem Klammstein vorbei an der Wildfeldalm und über eine Kuppe, dann taucht das Rotwandhaus auf. Bei gutem Wetter reicht hier die Sicht vom Großglockner bis zur Zugspitze! Bei einer Einkehr lässt man sich die bayerischen und Tiroler Gerichte schmecken oder steigt vorher noch weiter zum Rotwand-Gipfel auf, was zusätzlich eine halbe Stunde dauert. Hinunter geht’s wieder auf dem Aufstiegsweg.
Schwierigkeit: Mittel
Dauer: 5:30 Stunden
Höhenmeter: 700 Meter
Mehr unter: schliersee.de
© erlebe.bayern, Dietmar Denger
Berchtesgaden: Durch den Zauberwald zum Hintersee
Die Winterwanderung verbindet bekannte Sehenswürdigkeiten des Bergsteigerdorfs Ramsau. Start ist an der Neuhausenbrücke, die über die Ramsauer Ache führt. Schon wenig weiter flussaufwärts passiert man die Pfarrkirche St. Sebastian mit ihren gotischen, kunstvoll geschnitzten Figuren von Christus und den zwölf Aposteln. Ein Besuch lohnt sich!
Wieder zurück am Weg, geht man die Ache entlang zum urwüchsigen, magisch anmutenden Zauberwald. Durch einen Felssturz ist hier vor Jahrtausenden eine wildromantische Landschaft aus Wildbach, Felsen und Wald entstanden. Sie gehört zur Liste „Bayerns schönste Geotope“. Im Winter überzieht die gurgelnde Ache die Felsen mit Eis und lässt bizarre Eisgebilde entstehen.
Der Zauberwald erstreckt sich von der Marxenklamm bis zum Hintersee. Das smaragdgrüne Wasser und die ihn umgebenden Berge und Wälder machen die Naturschönheit zu einem romantischen Bergsee. Die Route umrundet nun den Hintersee, führt auf dem Prinzregent-Luitpold-Weg weiter und durch den Zauberwald zurück zur Neuhausenbrücke.
Schwierigkeit: Leicht
Dauer: 3 Stunden
Höhenmeter: 225 Meter
Infos und 3-D-Vorschau: berchtesgaden.de
© oberbayern.de
Hohenschwangau: Auf königlichen Spuren nach Tirol
Unterwegs auf den Spuren der bayerischen Könige im Allgäu! Vom Parkplatz Alpsee in Hohenschwangau (824 Meter) aus führt diese Winterwanderung auf der sogenannten Fürstenstraße nach Pinswang in Tirol. Ausblicke auf den Alpsee und Schloss Neuschwanstein sind bei gutem Wetter garantiert. König Maximilian II. hatte um 1840 die Privatstraße entlang alter Schmugglerwege anlegen lassen, um in seine Jagdgebiete in Tirol zu gelangen. Sohn Ludwig II. nutzte die Route dann für nächtliche Kutsch- und Schlittenausfahrten.
Bei wenig Schnee locken auch Abstecher zum Berzenkopf (885 Meter) mit der Ruine Frauenstein im Norden des Sees oder zum Marienmonument am Westende. Die Route zieht nach dem See westwärts bergab durch einsamen Wald und steigt dann an. Am höchsten Punkt erreicht man einen Schlagbaum: die Grenze nach Österreich! Noch ein Abstieg über Serpentinen und das Ziel ist erreicht: Pinswang vor dem Panorama der Tiroler Berge. Rückweg auf der gleichen Strecke. Vor oder nach der Wanderung lohnt ein Besuch im „Museum der bayerischen Könige“ in Hohenschwangau.
Schwierigkeit: Mittelschwer
Dauer: 3 Stunden
Höhenmeter: 250 Meter
Weitere Infos und GPS-Daten: allgaeu.de
© erlebe.bayern, Tobias Gerber
Oberstdorf: Im Stillachtal nach Einödsbach
Vom Busbahnhof Oberstdorf fährt man mit dem Bus in südlicher Richtung nach Birgsau im Stillachtal auf knapp 1.000 Meter. Nach wenigen Minuten gemütlicher Wanderung talaufwärts breitet sich ein großartiges Hochtal aus.
Es geht vorbei an einer alten Marienkapelle, die dem heiligen Wendelin, Schutzpatron der Hirten und Herden, geweiht ist, und an der Sennalpe Eschbach. An der Weggabelung am Beginn der Steigung wählt man die Straße nach links. Nun geht es bergauf über die Westseite des Einödsbergs nach Einödsbach. Unterhalb fließt die Stillach, die aus dem Zusammenfluss des Rappenalpbachs und des Bacherlochbachs entstanden ist.
Oben angekommen, begeistern die Felsgipfel des Dreigestirns Trettachspitze (2.595 Meter), Mädelegabel (2.645 Meter) und Hochfrottspitze (2.649 Meter). Einödsbach ist Deutschlands südlichste Siedlung, liegt auf 1.114 Meter Höhe und ist seit 1613 bewohnt! Nach der Einkehr im „Gasthof Einödsbach“ geht’s auf demselben Weg wieder zurück.
Schwierigkeit: Leicht
Dauer: 1:45 Stunden
Höhenmeter: 200 Meter
Weitere Infos und GPS-Daten: oberstdorf.de
© Reinhard Schmid, HUBER IMAGES
Alpenwelt Karwendel: Winterwanderung zur Korbinianhütte
Einen schönen Panoramablick auf das Karwendelgebirge und abwechslungsreiche, gut markierte Wege genießt man auf der Winterwanderung zur Korbinianhütte. Los geht’s in Mittenwald am Bahnhofsplatz. Man folgt der Allee zur Pfarrkirche St. Peter und Paul, hält sich dann im Gries rechts und folgt dem Gröblweg. Etwa 200 Meter weiter biegt man links auf den Wanderweg ein, der sich den Berg hinaufzieht. Die Beschilderung leitet zur Korbinianhütte, die man nach einer halben Stunde erreicht.
Entweder man kehrt dort ein und genießt die bayerische Küche oder geht noch etwa 70 Höhenmeter bergauf zur Bergstation des Kranzberger Sessellifts. Dort hat man den höchsten Punkt der Wanderung mit 1.215 Metern erreicht. Herrlich die Aussicht auf Mittenwald, das vordere Karwendel, die Arnspitzen und den Wettersteingrat! Der Weg zurück ins Tal ist in einer guten halben Stunde zu schaffen. Wer will, kann auch mit dem Sessellift bequem nach unten schweben. Von der Talstation zurück zum Bahnhof sind’s noch mal zehn Minuten.
Schwierigkeit: Leicht
Dauer: 2:30 Stunden
Höhenmeter: 300 Meter
Weitere Informationen: alpenwelt-karwendel.de
© Alpenwelt Karwendel, Wera Tuma