In der Welt
zu Hause.

29.08.-06.09.2020

28.08.2020 Fachbesuchertag

Das Reich der Mitte

Irgendwas zwischen verwundert und stolz begutachten die Traumtourer ihre neuen Führerscheine. Denn auf chinesischen Straßen darf man nur mit chinesischen Papieren fahren – und mit chinesischen Nummernschildern. Die Ausdrucke in Plastikfolie werden vorne links an den Windschutzscheiben platziert – und „schon“ sind die 20 Reisemobile bereit, das Reich der Mitte zu erkunden. Auf geht es in das chinesisch-uigurische Verkehrstreiben, in dem die Traumtourer neugierig von den Einheimischen begutachtet werden. 

Die Uiguren sind eine turksprachige Minderheit im Reich der Mitte mit eigener Kultur und eigenen Spezialitäten. Am Straßenrand wird noch schnell leckeres frisches Fladenbrot als Wegzehrung geholt – und dann fährt die Gruppe rauf auf die Autobahn, um mal richtig Gas zu geben. Naja… 

Denn kaum sind die Traumtourer auf der Schnellstraße, zerfetzt es einem Fahrzeug den Reifen. Aber keine Panik! Als inzwischen gestandene Fernreisemobilisten packen die Traumtourer schnell den Ersatzreifen raus und wechseln das übriggebliebene Stückchen Gummi mit vereinten Kräften gekonnt aus. Weiter geht es in die süduigurische Stadt Hotan. Aus dem kleinen grauen Städtchen ist innerhalb weniger Monate eine Glitzerstadt mit enorm hoher Polizeipräsenz geworden. Dennoch ist das riesige Denkmal in der Stadt ein Zeichen der Hoffnung auf echten Frieden. Mao und der Uigure Kurban Tulum reichen sich die Hand…

Die Überlandstraße nach Minfeng ist die letzte Station, bevor es in die gefürchteten Wüstenetappen geht. Die Gruppe fährt zunächst entlang des Tarimbeckens. Zur rechten Hand liegen die Ausläufer des Himalaya. Und zur linken Hand wartet bereits die „Wüste ohne Widerkehr“: Die große Taklaman! 

 

Der Ozean aus Sand

Am Morgen in Minfeng begrüßt einige Abenteurer das mit Feinsand eingestaubte Mobiliar. Über Nacht ist es hier ratsamer das Fenster zu schließen! Der erste kleine Gruß der Taklaman. Und der zweite folgt sogleich: Just vor der geplanten Abfahrt zieht ein Sandsturm auf! Der Staub bedeckt wie Schnee die Fahrzeuge und die Abenteurer schützen vorsichtshalber mit den vorab zur Verfügung gestellten Masken ihre Atemwege. 

Als sich das Wetter wieder beruhigt, geht es endlich rauf auf den Trans-Taklamakan-Highway. Die auf schwimmendem Asphalt angelegte Straße ist eines der aufwändigsten Straßenbauprojekte Chinas. Endemische Pappelbäume wachsen am Rande des Highways. Sie kommen nur hier vor. Auch Tamarisken und Ginsterbüsche erblühen jetzt im Frühling – die Wüste lebt! Zudem wurde neben der Straße ein breiter Streifen mit Büschen gepflanzt. Damit auch diese überleben haben die Chinesen extra Bewässerungrohre verlegt. Als Dankeschön verhindern die Büsche eine Versandung der Straße. 

Der erste Stellplatz in der Wüste ist zugegebenermaßen keine Schönheit. Aber es ist eine sichere Stellfläche. Am nächsten Morgen geht es ja ohnehin gleich weiter auf dem Taklamakan-Highway. 

Als die 20 Reisemobile gerade gemütlich auf der schnurgeraden Straße fahren, ist die Luft auf einmal sandgeschwängert – und plötzlich kommt Wind auf… Nähert sich da etwa der nächste heftige Sandsturm inmitten dieser Einsamkeit?  

Die Aufklärung gibt es in unserem nächsten Reisebericht!