Sie sind daaaaaa!

Veröffentlicht am

Der große Endspurt ihrer Reise um die halbe Welt beginnt für die Traumtourer in Luoyang. Über eine futuristisch anmutende Autobahn geht es durch Berge hindurch und über Täler hinweg dem Ziel entgegen. Da sie fantastisch in der Zeit liegen, entschließt sich die Gruppe sogar ihre Route ein wenig zu ändern und den Yungang-Grotten bei Datong noch einen Besuch abzustatten. In den Nischen der rund 1.500 Jahre alten Grotten befinden sich tausende Buddha-Figuren in allen Größen. Der Abstecher zu diesem UNESCO-Weltkulturerbe hat sich mehr als gelohnt! 

Danach begeben sich die Traumtourer wirklich auf die finalen Meter. Schnell werden nochmal die Fahrzeuge fein herausgeputzt, die letzte Maut vor dem großen Ziel wird bezahlt und dann rollen die 20 Reisemobile tatsächlich feierlich in Peking ein! Unsere Traumtourer haben es wirklich geschafft, rechtzeitig zur All in CARAVANING – der „kleinen Schwester“ des CARAVAN SALON – in der chinesischen Hauptstadt anzukommen! An diesem großen Tag heißt es nur noch feiern und genießen! Auf Einladung der Messe wird geschlemmt und getrunken, was das Zeug hält. Und ratet mal was? Haxe und deutsches Bier. Denn ein bisschen Heimat muss auch in der Ferne sein…  


Ritterschlag bei der All in CARAVANING
Am nächsten Tag gibt es schließlich den festlichen offiziellen Empfang auf der All in CARAVANING. Die Messe ist die wichtigste Plattform für mobiles Reisen in China und in den letzten Jahren rasant gewachsen: In nur 5 Jahren hat sich die Größe mehr als versechsfacht. Parallel dazu wird auch die Infrastruktur für Caravaning im Reich der Mitte in Windeseile ausgebaut.

Auf dem Empfang kommt es dann zum ultimativen Happy End: Auf dem Empfang mit chinesischen Würdenträgern wird Kostya feierlich der Titel „Caravan Ambassador“ verliehen. Er möchte seither mit „Herr Botschafter“ angeredet werden…

Das könnt ihr übrigens schon beim diesjährigen CARAVAN SALON tun! Erlebt alle Highlights noch einmal ausführlich im Traumtouren-Kino und lasst euch von Kostya persönlich begeistern. In den beliebten Multivision-Shows lernt ihr daneben weitere – teilweise ganz nah gelegene – Traumziele für eure nächste Tour kennen. Lasst euch inspirieren!  

Vielen Dank, dass ihr die Traumtour nach Peking begleitet habt. Wir freuen uns, euch beim CARAVAN SALON 2017 in Düsseldorf wiederzusehen!    

Dem Himmel so nah

Veröffentlicht am

Nach der Wüstenlandschaft liegt vor den Traumtourern eine lange Bergetappe, die ebenfalls zur legendären Seidenstraße gehört. Einst transportierten Kamele die Waren nicht nur durch die Hitze der Taklaman, sondern auch durch diese eisige Region. Das Basislager der Reisemobilisten ist der Campingplatz von Biandoukou auf knapp 3.000 Metern Höhe – der erste seiner Art auf dieser Reise. Aber die Infrastruktur für mobiles Reisen verbessert sich in China mit rasanter Geschwindigkeit! Nach einer angenehmen Nacht werden den Traumtourern zur Begrüßung des Tages tibetische Schals überreicht. „Mögen die Götter der Berge den Abenteurern gnädig sein.“ Dann beginnt ein beeindruckender Passaufstieg zu den mächtigen, noch mit Schnee bedeckten Gipfeln, von denen Gerd schon am Anfang der Tour geträumt hatte. Die Passkuppe liegt auf fast 4.000 Metern Höhe. Einige Traumtourer kraxeln zu Fuß die allerletzten Meter bis zum Gipfel hinauf, der mit den Opfergaben vieler Pilger bedeckt ist. Was für ein Erlebnis! 

Auf der Weiterfahrt wechseln sich tibetische Dörfer und muslimische Gemeinden ab. Oft wird hier kein Chinesisch, sondern tibetisch oder eine Turksprache gesprochen. Es herrscht frühsommerliche Stimmung im Hochland und die scheuen Yaks grasen genüsslich auf den sprießenden Wiesen am Wegesrand. In Labrang erreichen die Traumtourer schließlich eines der wichtigsten Klöster für Tibeter. Es wirkt fast so, als ob man für einen Hollywoodfilm eine typische Gegend in Tibet aufgebaut hätte. Aber alles an diesem Ort ist real und authentisch. Han-Chinesen, Moslems und Tibeter leben in dieser Stadt friedlich zusammen – wenn es nur überall auf der Welt so wäre…

Wo zur Hölle ist die Kamera?! 
Auf dem Naturstandplatz bei Kangle auf 2.400 Metern verbringen die Traumtourer die letzte kühle Nacht ihrer Reise. Schon am nächsten Tag steht die Königsetappe durch die Lössebene an: Die 20 Reisemobile fahren durch die Berglandschaft, die von Bauernhand über die Jahrhunderte in ein terrassenförmiges Kunstwerk verwandelt wurde. Kostya fühlt sich inspiriert und will die Reisemobile in dieser herrlichen Kulisse auf die Leinwand bringen. Also heißt es Fotorucksack raus, dickes Zoomobjektiv aufs Gehäuse und Schuss. Mit der GoPro und einem zweiten Apparat wird gleich nachgelegt. Stolz wie Oscar setzt sich unser Starregisseur wieder ans Steuer und gibt 300 km lang Gas Richtung Nachtplatz in Pingliang. 

Auf ebenjenem angekommen durchfährt den stets fröhlichen Caravaning-Pionier ein Schock! Wo ist die sündhaft teure Fotoausrüstung geblieben? Oh nein! Kostya hat das gute Stück tatsächlich 300 km entfernt am Wegesrand liegen lassen: Irgendwer wird sich also mächtig gefreut haben.

Aber nicht mit Xing und Conny! Am nächsten Morgen machen sich die beiden Damen entschlossen zum Tatort auf. Nach vier Stunden Fahrt kommen sie am gestrigen „Filmset“ an und der Rucksack ist… nicht mehr da. Der Spürsinn der beiden Damen ist aber geweckt und so werden diverse Bauern befragt. Und tatsächlich finden sich zumindest Augenzeugen: Zwei Landwirte haben den Rucksack wohl abends gesehen und helfen nun bei der Suche. 2 Stunden lang werden eifrig Telefonate mit dem halben Dorf geführt und siehe da: Der eigentlich aussichtslose Fall wird tatsächlich gelöst! Eine Familie hatte den Rucksack kurz vor Einbruch der Dämmerung gesehen, mitgenommen und wollte ihn heute bei der Polizei abgeben. Was für ein Glück! Die Heldinnen Xing und Conny kommen also tatsächlich nach weiteren vier Stunden Autofahrt von ihrer Glanztat mitsamt Rucksack zurück. Ausnahmsweise ist Kostya mal sprachlos –  und wahnsinnig dankbar ob dieser geballten Frauenpower. Umso beschwingter geht’s nun gemeinsam auf die letzten Meter nach Xian. 20 Reisemobile aus Europa fahren als Neuzeit-Karawane in Xian ein und werden wie Könige mit Folklore-Trommeln begrüßt! Die Traumtourer haben es also tatsächlich heute erreicht – das Ende der Seidenstraße. Oder je nach Perspektive: Den Anfang. 

Lest in unserem letzten Reisebericht, was beim Endspurt geschah – und ob die Traumtourer tatsächlich pünktlich zur All in CARAVANING in Peking eintreffen!  

Vom Feuer in Richtung Eis

Veröffentlicht am

Nach einer einigermaßen kühlen Nacht auf dem Stellplatz lassen die Traumtourer ihre Fahrzeuge heute mal die meiste Zeit stehen. Es geht zunächst zu Fuß durch die antike Wüstenstadt Jiaohe, die 10 km westlich von Turpan liegt und auf eine über 2.000-jährige, stolze Geschichte zurückblickt. Während die Sonne langsam ihre höllische Kraft entfaltet besichtigen die Abenteurer zunächst das ausgeklügelte Wassersystem Turpans, das sich aus dem Gebirgswasser des Tien-Shan speist – und das fantastische und merkwürdig geformte Emin-Minarett. Inzwischen zeigt das Thermometer unfassbare 45°C an. Die Motorhauben der Reisemobile sind so heiß, dass man buchstäblich Spiegeleier darauf braten könnte und die Hitze schafft selbst die gestandenen Traumtourer. Kostya nimmt ´s mit dem üblichen Humor, lässt sich beim uigurischen Friseur erstmal einen luftigeren Schnitt verpassen und freut sich über das eisige Wasser beim Haarewaschen. Mit kühlerem Kopf geht es dann direkt weiter zum Aydingkol-See. Das Navigationsgerät zeigt jetzt 163 Meter unter dem Meeresspiegel an – nur das Tote Meer liegt noch tiefer. Die Traumtour hat also im wahrsten Sinne des Wortes ihren geografischen Tiefpunkt erreicht! 

Von nun an geht´s für die 20 Reisemobile am anderen Ende der Welt nur noch bergauf. Auf der Weiterfahrt passieren sie flammende Berge, alte Friedhöfe, seltsame wabenartige Gebäude, in denen Rosinen getrocknet werden, neue Bohrtürme und modernste Windparks, die bis zum Horizont reichen. Durch die Fenster ihrer Fahrzeuge erleben die Traumtourer auf der modernen Seidenstraße die Verschmelzung der neuen mit der alten Welt. Am Ende des Tages erreicht die Gruppe schließlich Hai – die letzte Station in Uigurien. Die Reisemobilisten verabschieden sich hier von aufgeschlossenen Menschen und einem Fleckchen Erde, an dem der Orient auf China trifft.    

Die große Mauer 

Die Traumtourer sind der „Wüste ohne Widerkehr“ entronnen und steigen auf ihrem nächsten Reiseabschnitt zu neuen Höhen auf. Nach längerer Fahrt erreichen sie Dunhuang – einen typischen Seidenstraßenort in der Mitte der Händlerroute. Die Gruppe genießt bei angeregten Unterhaltungen einen 20-minütigen, angenehmen Spaziergang vom Standplatz zum quirligen Nachtmarkt der Stadt. Hier wird zum ersten Mal auf der langen Route vorwiegend Chinesisch gesprochen. Die Abenteurer lassen es sich richtig gut gehen und genießen köstliche Grillspeisen und das ein oder andere, mehr als großzügig portionierte, lokale Bier. Da stört es auch nicht, dass kühlere Winde aufziehen und den Sand des Umlandes auf den Markt wehen…

Die nähere Umgebung wird bei einem Ausflug am nächsten Tag näher erkundet. Schließlich türmen sich hier in Dunhuang die größten Dünen der Welt auf! Unzählige Kamel-Karawanen schlängeln sich durch die Wüste Gobi und tragen einheimische und ausländische Touristen sanft wiegend durch die gigantischen Wellen aus Sand. Inmitten dieses trockenen Meeres steigen ein paar „Jungs“ aus der Gruppe irgendwann auf etwas schnellere Transportmittel um und rasen per Quad juchzend den ersten Wüstenkamm hinauf – Caravaning hält offensichtlich jung und verleiht Flügel…

Nach diesem actionreichen Spaß heißt es sogleich: runter vom Quad und rein ins Cockpit! Denn Schlag auf Schlag geht es weiter zu einem Highlight, auf das wirklich alle gewartet haben: Die Traumtourer machen sich auf den Weg zur großen Mauer! In ihren komfortablen Reisemobilen fahren sie auf einer perfekten Straße durch die unendlichen Weiten Chinas, bis sie das Westende des imposantesten Befestigung-Walls der Erde erreichen. 20 Häuser auf Rädern parken direkt vor dem weltberühmten Bauwerk, das sogar aus dem Weltall zu sehen ist – so etwas erlebt man nur beim Caravaning! 

Und so heißt es nach einer ausgiebigen Besichtigung der Mauer folgerichtig: „Immer in Bewegung bleiben!“ Denn es geht weiter zu den nächsten unvergesslichen Momenten… Der Architekt der nächsten spektakulären Sehenswürdigkeit ist jedoch kein Mensch, sondern die Natur selbst: Im Gebiet um Danxia hat sie einen Steingarten gebaut, der seinesgleichen sucht. Bizarre Felsformationen und das flammende Rot der Hügel rauben den Reisenden den Atem. Sobald die Sonne die Wolken durchbricht, scheinen die Berge regelrecht zu brennen. Die Traumtourer fahren durch das Farbenfeuer immer weiter nach oben – denn das nächste Element wartet bereits auf sie: Das Eis des Hochgebirges auf 4.000 Meter Höhe! 

Davon hat Traumtourer Gerd schon bei der Abfahrt aus Düsseldorf geträumt. Wie es ihm in in der Nähe des Himmels erging, erfahrt ihr in unserem nächsten Reisebericht… 

Durch die Taklaman nach Turpan

Veröffentlicht am

Der große Sturm ist glücklicherweise ausgeblieben. Aber der Wüstenwind hat die Fahrzeuge auch über Nacht gut durchgeschüttelt. Der Sand in der Luft ist hier grober und hat glücklicherweise durch die Ritzen kaum Zugang in die Innenräume gefunden. Richtig klar ist es jedoch auch am frühen Morgen noch nicht. Aber nach einer guten Stunde Fahrt, lässt der Wind nach. Das Straßenband samt Grünstreifen ist klar zu sehen. Zeit also am Pumpenhaus zu stoppen und zu Fuß diese legendäre Wüste zu erkunden! 

Dünenklettern ist eine schweißtreibende Angelegenheit, aber kaum ist der erste Dünenkamm erklommen, wird es den Traumtourern mit einem herrlichen Ausblick entlohnt. Kein Wind, die unbeschreibliche Stille und ein Ozean aus Sand umgeben die Abenteurer. Weitere Momente auf ihrem Weg, die unsere Reisemobilisten sicher nicht vergessen werden. 

Bevor die Sonne richtig ihre Kraft entfaltet, geht es schnell zurück zur komfortablen Reisemobil-Karawane. Es ist jetzt schon brühwarm und gegen Nachmittag heizt die Sonne den Sand auf über 70 Grad auf! Nach zwei Fahrstunden in den klimatisierten „Wüstenschiffen“ erreicht die Gruppe den Pappelgürtel im Norden der Taklamakan. Es ist staubig und heiß. Irgendwann kriegen da auch die Fahrzeuge „Durst“. Tanken ist in Uigurien allerdings eine politische Angelegenheit – alle Tankstellen sind eingezäunt und werden kontrolliert – eine Machtdemonstration Pekings. 

Die meisten Traumtourer nehmen die Checks jedoch mit Geduld und Humor und freuen sich stattdessen auf den Zwischenstopp am Bostensee. Reiseleiter Zhang erzählt hier der Gruppe die wechselhafte Geschichte Uiguriens. Dann geht es gleich weiter entlang des Nordrandes des Tarimbeckens. Die Traumtourer durchqueren Steinwüsten und Gebirgszüge, bevor sich am Ende des letzten Passes der Blick auf die Turpan-Senke eröffnet. Die Abenteurer nähern sich dem tiefsten Punkt Asiens. 

Was die Traumtourer dort erwartet, erfahren Sie in unserem nächsten Reisebericht…

Das Reich der Mitte

Veröffentlicht am

Irgendwas zwischen verwundert und stolz begutachten die Traumtourer ihre neuen Führerscheine. Denn auf chinesischen Straßen darf man nur mit chinesischen Papieren fahren – und mit chinesischen Nummernschildern. Die Ausdrucke in Plastikfolie werden vorne links an den Windschutzscheiben platziert – und „schon“ sind die 20 Reisemobile bereit, das Reich der Mitte zu erkunden. Auf geht es in das chinesisch-uigurische Verkehrstreiben, in dem die Traumtourer neugierig von den Einheimischen begutachtet werden. Die Uiguren sind eine turksprachige Minderheit im Reich der Mitte mit eigener Kultur und eigenen Spezialitäten. Am Straßenrand wird noch schnell leckeres frisches Fladenbrot als Wegzehrung geholt – und dann fährt die Gruppe rauf auf die Autobahn, um mal richtig Gas zu geben. Naja… 

Denn kaum sind die Traumtourer auf der Schnellstraße, zerfetzt es einem Fahrzeug den Reifen. Aber keine Panik! Als inzwischen gestandene Fernreisemobilisten packen die Traumtourer schnell den Ersatzreifen raus und wechseln das übriggebliebene Stückchen Gummi mit vereinten Kräften gekonnt aus. Weiter geht es in die süduigurische Stadt Hotan. Aus dem kleinen grauen Städtchen ist innerhalb weniger Monate eine Glitzerstadt mit enorm hoher Polizeipräsenz geworden. Dennoch ist das riesige Denkmal in der Stadt ein Zeichen der Hoffnung auf echten Frieden. Mao und der Uigure Kurban Tulum reichen sich die Hand…

Die Überlandstraße nach Minfeng ist die letzte Station, bevor es in die gefürchteten Wüstenetappen geht. Die Gruppe fährt zunächst entlang des Tarimbeckens. Zur rechten Hand liegen die Ausläufer des Himalaya. Und zur linken Hand wartet bereits die „Wüste ohne Widerkehr“: Die große Taklaman! 

Der Ozean aus Sand

Am Morgen in Minfeng begrüßt einige Abenteurer das mit Feinsand eingestaubte Mobiliar. Über Nacht ist es hier ratsamer das Fenster zu schließen! Der erste kleine Gruß der Taklaman. Und der zweite folgt sogleich: Just vor der geplanten Abfahrt zieht ein Sandsturm auf! Der Staub bedeckt wie Schnee die Fahrzeuge und die Abenteurer schützen vorsichtshalber mit den vorab zur Verfügung gestellten Masken ihre Atemwege. 

Als sich das Wetter wieder beruhigt, geht es endlich rauf auf den Trans-Taklamakan-Highway. Die auf schwimmendem Asphalt angelegte Straße ist eines der aufwändigsten Straßenbauprojekte Chinas. Endemische Pappelbäume wachsen am Rande des Highways. Sie kommen nur hier vor. Auch Tamarisken und Ginsterbüsche erblühen jetzt im Frühling – die Wüste lebt! Zudem wurde neben der Straße ein breiter Streifen mit Büschen gepflanzt. Damit auch diese überleben haben die Chinesen extra Bewässerungrohre verlegt. Als Dankeschön verhindern die Büsche eine Versandung der Straße. 

Der erste Stellplatz in der Wüste ist zugegebenermaßen keine Schönheit. Aber es ist eine sichere Stellfläche. Am nächsten Morgen geht es ja ohnehin gleich weiter auf dem Taklamakan-Highway. 

Als die 20 Reisemobile gerade gemütlich auf der schnurgeraden Straße fahren, ist die Luft auf einmal sandgeschwängert – und plötzlich kommt Wind auf… Nähert sich da etwa der nächste heftige Sandsturm inmitten dieser Einsamkeit?  

Die Aufklärung gibt es in unserem nächsten Reisebericht! 

Von Tasch Rabat nach China!

Veröffentlicht am

Aufwachen mit dem Farbenzauber eines Sonnenaufgangs direkt am Issyk Kul See. Da weiß man, warum man sich für die Freiheit des mobilen Reisens entschieden hat! Und schon geht es weiter auf die letzten Etappen durch Kirgisistan bis zur chinesischen Grenze. Ihr Weg führt die Traumtourer durch die nicht minder zauberhafte Welt des Hochgebirges. Auf der langen Fahrt durch die Bergwelt genießt die Gruppe den majestätischen Ausblick, bevor der „Stellplatz“ für die Nacht angefahren wird. Ein malerisches Plätzchen, abseits der tadellosen von Chinesen erbauten Straße, umgeben von Wiesen, rauen Felsen und schneebedeckten Gipfeln. Bei der Teambesprechung unter freiem Himmel wird kurz die morgige „Prüfung“ besprochen – die Überquerung des Dolon-Passes. Dann geht’s ins mollig warme Reisemobil, denn auf dieser Höhe ist es nachts schon mal ungemütlich kalt…

Die 20 Reisemobile lassen ihre Motoren wieder an und nehmen Kurs nach Tasch Rabat. Es ist ein paradiesischer Ort, wenn das Wetter mitspielt. Und das Wetter spielt mit! Yak-Herden ziehen vor den Traumtourern durch den Gebirgsfluss, um auf die andere Seite der Wiese zu kommen. Der Altbaschi-Gebirgszug bildet für diese Szenen eine filmreife Kulisse in den nicht umsonst so benannten „Himmlischen Bergen“. Auch die kulturellen Spuren vergangener Tage faszinieren die Reisemobilisten. Tasch Rabat ist eine gut erhaltene alte Karawanserei aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde aus Bruchstein errichtet und ist teilweise in den flachen Berghang gebaut. Verschiedene Kammern, Gebetsräume und Fluchttunnel standen den Reisenden und Seidehändlern zur Verfügung. Ganz in der Nähe liegt der letzte Schlafplatz der Traumtourer in Kirgisistan – noch einmal ausruhen, bevor morgen der große Tag der Grenzüberschreitung nach China ansteht! 

Welcome to China! 

In der Nacht hat es gefroren – auf 3.000 Meter Höhe ist das nicht weiter verwunderlich. Heute steht den Traumtourern hingegen ein „heißer Ritt“ bevor. Zunächst geht‘s durch das Tal von Tasch Rabat auf der Hauptroute der früheren Seidenstraßenhändler in das 150 km lange Grenzsperrgebiet zwischen Kirgisistan und China. Hier darf man nur mit chinesischem Visum oder Sonder-Permit fahren. Unzählige Kontrollen liegen zudem auf dem Weg. An der Zollstation stauen sich die kirgisischen LKW, die lediglich in den Raum rund um Kaschgar gelassen werden. Im restlichen chinesischen Staatsgebiet dürfen sie sich nicht frei bewegen. 

Im Zollhof werden die Reisemobile geparkt und später wieder ausgelöst. Alles wird genauestens gecheckt, die Fahrzeuge sogar geröntgt, die Papiere wieder und wieder kontrolliert und andere Papiere ausgestellt. Dann gibt’s auch noch extra Führerscheine und Nummernschilder, bevor es endlich weitergehen kann. Wahrhaftig nichts für ungeduldige Zeitgenossen! Unser Reisemobilist Gerd schläft denn auch während einer ewig langen Standzeit einfach am Lenkrad seines stehenden Fahrzeugs ein. 

Aber irgendwann ist es dann doch soweit! Die Gruppe erreicht ihr Hotel in Kashgar: Die Traumtourer haben es tatsächlich ins Reich der Mitte geschafft – und sind auch geschafft! Die Abenteurer nehmen die Grenz-Kapriolen jedoch mit jeder Menge Humor und genießen unverdrossen ihren allerersten Tag in China. 

Wie es im Reich der Mitte für die Gruppe weitergeht, erfahrt ihr in unserem nächsten Reisebericht…

Von Samarkand nach Kirgisistan

Veröffentlicht am

Auf der Seidenstraße erfahren die Traumtourer wahrhaftige orientalische Schönheit. Bereits Chiwa und Buchara waren beeindruckend, aber Samarkand raubt so manchem Besucher den Atem. Ehrfürchtig bestaunen die Abenteuer unglaublich aufwendig gekachelte Medressen, einladende Innenhöfe und prunkvoll verzierte Moscheen. Sie schlendern durch die herrliche Gräberstraße und besichtigen die architektonische Pracht auf dem Hauptplatz: Dem legendären Registan von Samarkand! Ein köstliches Mahl mit usbekischen Leckereien unter freiem Himmel und der erhabene Anblick des erleuchteten Registans am Abend lassen das Märchen von 1001 Nacht für unsere Reisemobilisten wahr werden.

Wie aus einem unwirklichen Traum erwacht, verlassen die Traumtourer bereits früh am nächsten Morgen die prächtigste Perle an der Seidenstraße – und machen sich auf den Weg nach Kirgisistan. Auf dem Osch-Basar in Taschkent decken sich einige Abenteurer noch mit usbekischem Honig, Gewürzen und anderen Köstlichkeiten ein, bevor es weiter Richtung Grenze geht. Die Landschaft verändert sich auf dem Weg deutlich sichtbar, Kaschgar wirft seine Schatten voraus…

Die Reisemobile durchqueren jetzt zum ersten Mal einen Gebirgspass. Und von nun an werden einige folgen! Tadschikistan und das Pamirgebirge sind nur einige Kilometer entfernt, doch wo früher Konflikte brodelten, kann man heute in Ruhe den Ferganapass durchqueren. Nuss- und Mandelverkäufer bieten am Wegesrand ihre Waren feil und auf der Straße lässt sich so manches merkwürdige Gefährt beobachten. 

Schließlich kommen die Traumtourer an der Grenze an. Das Geldwechseln in Osch kostet ein bisschen Geduld, aber dann rollen alle Reisemobile nach und nach auf kirgisischen Boden…

Wildes Kirgisistan
Das fängt ja gut an! Kurz nach der Grenze kommt es direkt zu einer kleineren Kollision mit einem Baustellenfahrzeug, die einem Reisemobil ein Seiten-Fenster kostet. Das wird mit vereinten Kräften notdürftig mit Klebeband geflickt und die richtige Reparatur auf später verschoben. Jedoch soll sich „später“ – für das zweite, immer am Schluss fahrende Teamfahrzeug, nun als sehr viel später herausstellen! 

Denn als sie die Gebirgsstraße Richtung Bischkek nehmen, zieht über dem Fluss Naryn, der sich durch eine prächtige Canyonandschaft schlängelt, wie aus dem Nichts ein heftiger Sturm auf. Ein gewaltiges Gewitter entlädt sich plötzlich in den Bergen, Steine fallen auf die Fahrbahn und schließlich schiebt sich eine riesige Schlamm- und Geröllzunge auf die Fahrbahn. Nichts geht mehr! Geschlagene 14 Stunden steckt das Reiseleiterteam im Gebirge fest, bis die Straße einigermaßen geräumt und wieder befahrbar ist. Gut, dass sie die Nacht – anders als die vielen einheimischen betroffenen Fahrer – gemütlich in ihrem Häuschen auf Rädern verbringen konnten…

Aber wir wissen ja, dass die Traumtourer nichts aufhalten kann…Daher geht es nach diesem Abenteuer am nächsten Tag erst einmal unbeirrt in das Hochgebirge des Tianshan. Hier liegt noch Schnee, der erst im Juni vollkommen abgetaut sein wird. Die Abenteurer genießen die ursprüngliche Landschaft zu dieser besonderen Jahreszeit. Nach einem langen Pass-Abstieg kommt das Reiseleiter-Team schließlich mitten in der Nacht erschöpft aber glücklich in der Hauptstadt Kirgisistans an und trifft in Bischkek endlich wieder auf die ganze Gruppe! In der einstigen Karawanserei wird das Wiedersehen dann auch tagsüber kräftig mit regionalen Spezialitäten, Bier und einheimischer Musik gefeiert. 

Nach kirgisischer Kultur ist wieder Natur pur angesagt. Am nächsten Tag verlassen die Traumtourer die Hauptstadt und steuern einen absolut malerischen Ort an: Das Südufer des Issyk Kul, den mit 6236 km2 zweitgrößten Gebirgssee der Erde. Mit einem Stellplatz direkt am Wasser, einem gemeinsam zubereiteten Mahl, einem spektakulären Sonnenuntergang und einem ebensolchen -aufgang, lässt es sich wirklich leben… 

Auch wenn man hier länger verweilen möchte, hat diese Gruppe jedoch das große Ziel vor Augen: Rechtzeitig zur All in CARAVANING in Peking angekommen zu sein. Aber vorher erwartet sie bereits die nächste Prüfung – der beeindruckende Dolon-Pass! 

Doch davon erfahren Sie in unserem nächsten Reisebericht…

1001 Nacht in Usbekistan

Veröffentlicht am

Diesem Anfang liegt ein Zauber inne: Die Grenzpassage von Kasachstan nach Usbekistan verläuft absolut reibungslos. Es sind nur noch knapp 50 Tage bis nach Peking – und es gibt schon 50 Jahre lang unseren Kostya! Zeit, den wackeren Reiseleiter und Traumtouren-Kino-Star hochleben zu lassen… Am Nordwestende Usbekistans, am Ende der Kasachensteppe und am Anfang der Kysylkumwüste ist genug Platz für eine ungestörte Party. Mit einer deftigen einheimischen Suppe und reichlich Wodka wird der Geburtstag des Globetrotters ordentlich begossen. Obwohl Kostya seine Familie vermisst, tröstet ihn die Flut an Glückwünschen, die aus der Heimat in den Wilden Osten gesendet werden. Eines steht fest: Daheim wird der runde Geburtstag sicher noch wilder nachgefeiert!  

Am nächsten Tag geht es aber erstmal weiter Richtung Nukus, Hauptstadt der autonomen Republik Karakalpakstan. Laut Kostya gehört „Staub fressen“ dazu und so kämpfen sich die Reisemobile über widerspenstige Pisten durch die unendliche Steppe. Aber, ehrlich gesagt, frisst den Staub nur der Luftfilter – während die Insassen in ihren Sesseln gemütlich Mozart oder Hard Rock hören.

In Nukus angekommen, steht erstmal ein Besuch des Kunstmuseums an, das heute auch von vielen einheimischen Schulklassen besucht wird. Neugierig wird die europäische Gruppe begutachtet und auf der Treppe wird direkt ein gemeinsames Foto geschossen – Ost-West- und Generationenverständigung in einem. Nach dieser schönen Begegnung gibt es zum Mittagessen Samsa – eine köstliche usbekische Speise, die aus saftigem Fleisch in Brühe, umgeben von knusprigem Teig besteht. Satt und zufrieden geht es danach weiter Richtung Chiwa, der ersten legendären Stadt aus 1001 Nacht.

Die Perlen der Seidenstraße 

Bevor die Traumtourer die einst bedeutende Handelsstadt Chiwa erreichen, legt sich ihnen noch ein spitzer Stein in den Weg. Kleine Ursache, große Wirkung: Der Reifen eines Reisemobils ist platt wie eine Flunder. Aber keine Panik. Nach fachmännischer Begutachtung wird selbiger mit vereinten Kräften gewechselt – und weiter geht’s. 

Schließlich fährt der Treck an den Stadtmauern von Chiwa vor, der kleinsten der drei Perlen entlang der Seidenstraße. Es beginnt eine beeindruckende Stadtführung durch diesen mystischen Ort. Die Traumtourer bestaunen kunstvoll gekachelte Moscheen, reges Marktreiben und ebenso anmutige wie geheimnisvolle Tänzerinnen. Sie genießen köstliche Speisen unter freiem Himmel und erleben die Stadt mit allen Sinnen.

Nach zwei zauberhaften Tagen verlassen die Reisemobilisten die orientalische Schönheit und bahnen sich ihren Weg durch die Wüste Kysylkum. Hier erleben sie ein kleines Feuerwerk, das Jahr für Jahr nur 2 Wochen anhält: Es ist Frühling und die Wüste ist bunt und voller Leben! Wundersame Pflanzen wie Wüstenfenchel und Spargel blühen und die Traumtourer erforschen ausgiebig diese faszinierend andere und vergängliche Welt, bevor sie nach der Fahrt über holprige Straßen die nächste Handelsstadt der Seidenstraße erreichen: Buchara.

Am Labihaus, dem Zentrum der Stadt, bewundern sie den einst typischen Stadtwasserspeicher aus alten Zeiten. Die Gruppe besucht Medressen, uralte Mausoleen, Moscheen und die Zitadelle von Buchara, eine gewaltige Trutzburg gegen Eindringlinge von außen. Sie wandern bis in den späten Nachmittag durch Buchara – auch ein sehr intensives Märchen aus 1001 Nacht kostet Schweiß! Dennoch lassen sie es sich nicht nehmen, Buchara bei Nacht zu genießen. Milde Temperaturen, überaus freundliche Menschen voller Lebensfreude, leckere Speisen und ein unvergleichlich charmantes Seidenstraßenflair werden sicher auf ewig in Erinnerung bleiben.

Und dabei liegt die schönste der drei Perlen noch vor ihnen: Samarkand! Aber davon – und von einem heftigen Unwetter, das die Traumtourer auf dem falschen Fuß erwischt – erzählen wir im nächsten Reisebericht. 

Von Südrussland nach Kasachstan

Veröffentlicht am

War es nur ein Traum? Das (be-)rauschende Fest mit den Kosaken hat bei einigen Fahrern deutliche Spuren hinterlassen – und deswegen startet der Tross am nächsten Tag relativ spät, aber dafür einigermaßen ausgeruht und frisch. Schließlich stehen die letzten 500 Kilometer durch den Süden Russlands an! Es ist angenehm warm, ein wunderbarer Kontrast zu den ersten Tagen im flächengrößten Land der Erde. Bereits 150 km vor Wolgograd kommt es an diesem Tag zu einer Begegnung der „dritten Art“. Kostya trifft am Straßenrand zufällig auf den Marathonläufer Kai Markus, der von seinem Teamkollegen Viktor mit einem kultigen Käfer samt Kompakt-Caravan begleitet wird. Einige denken vielleicht, dass nach China fahren schon verrückt ist, aber Kai läuft den ganzen Weg zu Fuß nach Shanghai! Die Fügung wollte es anscheinend, dass zwei im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlos denkende Menschen tausende Kilometer von der Heimat entfernt aufeinandertreffen. 

Nach dieser wunderbaren Begebenheit geht es für die einen mit PS und die anderen per pedes weiter. Dass dies eine Reise voller unterschiedlichster Eindrücke ist, zeigt sich kurz darauf: Denn bereits an der nächsten Station weicht die Freude über das freundschaftliche Aufeinandertreffen großer Betroffenheit. Die Traumtourer besuchen nördlich von Wolgograd den Friedhof Rossoschka. Hier liegen Abertausende im 2. Weltkrieg ums Leben gekommene russische und deutsche Soldaten. Die Gruppe legt für alle Gefallenen Kränze nieder – auf das so etwas niemals mehr vorkommen möge. Beklommen setzen die Reisemobilisten danach ihre Fahrt fort. Ihr Weg führt sie vorbei an der größten Denkmalsfigur Russlands, die den Namen „Mutter Heimat“ trägt. Allein das Schwert misst imposante 29 Meter. Sie passieren zudem eine zerschossene alte Mühle, die als Mahnmal erhalten wurde. Aber genau davor steht ein ultimativer Ausdruck der Hoffnung, ein junges Paar mit der Botschaft: Liebe ist stärker als alles andere! 

Von diesem Bild ermutigt, fahren die Traumtourer in die Stadt ein, die früher Stalingrad hieß. Hier sind es vor allem die unglaublich herzlichen Menschen, die bleibenden Eindruck hinterlassen. Zudem gibt es auf der Straße einige Kuriositäten zu bestaunen, wie zum Beispiel gigantische Hummer-Stretchlimousinen, die gerne bei Hochzeiten eingesetzt werden. Oder für uns etwas merkwürdig anmutende Feuerwehr-Motorräder. Die Traumtourer verlassen schließlich durchaus nachdenklich – aber durch die Wärme der Menschen auch zutiefst optimistisch – das beeindruckende Wolgograd. 

Auf dem Weg nach Astrakhan folgt die Gruppe der aufgewühlten Wolga. Es ist Frühling und allerorten erwacht das Leben. In der Stadt kann man auch architektonisch sehr deutlich den Übergang von Okzident zu Orient sehen. Nach einer ausgiebigen und geführten Besichtigung geht es auf Bröckel-Asphalt zur russisch-kasachischen Grenze. Und dann heißt es: Do Swidania Russland! Und schon kurz hinter der Grenze sollen unsere Abenteurer einige Überraschungen erleben… 

Wodka und nasse Füße in Kasachstan

Die russisch-kasachische Grenze haben die Traumtourer vergleichsweise schnell „geknackt“. Es dauert noch nicht einmal drei Stunden bis sie ihre Reifen in das Nachbarland setzen. Der Tacho zeigt es an: Satte 4.400 Kilometer hat die Gruppe bereits von Düsseldorf bis hierhin zurückgelegt. Nun geht es für drei Tage durch das weite und wilde Kasachstan. Die Fahrbahn ist, laut Kostya, vielerorts löchrig wie ein Schweizer Käse und die Spurrinnen tief wie der Andreasgraben. Am Wegesrand grasen Pferde und Kamele auf einer Steppe, die fünf Mal so groß ist wie Frankreich. 

Die Traumtourer steuern einen malerischen Stellplatz am Strand des Kaspischen Meeres an: Es winkt die wohlverdiente Erholung in herrlicher Seeluft nach einem anstrengenden Tag.

Plötzlich kommt wie bestellt ein 60.6er G.A.S.-Laster sowjetischer Baureihe aus Richtung des Kaspischen Meeres herangebraust. Die Besatzung hat die Netze geleert und schenkt den Traumtourern großzügig ein Exemplar ihrer maritimen Beute: Einen kapitalen Karpfen! Da eine Teilnehmerin heute Geburtstag hat, kommt dieses Geschenk wie gerufen und sogleich werden daraus köstliche Fischfilets gezaubert. Ein passender Gaumenschmaus für die kleine Feier! Als die Nacht anbricht, legen sich die Traumtourer schließlich satt und zufrieden aufs Ohr. Der Wind rüttelt sanft an den Fahrzeugen und schaukelt die Reisemobilisten wohlig in den Schlaf – in einen sehr kurzen….

Denn um 5 Uhr morgens sind auf einmal alle hellwach! Wo gestern das Ufer noch weit entfernt war, ist auf einmal Landunter! Die Fahrzeuge stehen im Kaspischen Meer, das Wasser umspült die Reifen und viele können sich nicht aus eigenen Kräften aus ihrer misslichen Lage befreien. Aber keine Panik auf der Titanic! Fahrzeug für Fahrzeug schleppen die Allradwohnmobile ihre „Kollegen“ aus dem Wasser und schon nach einer Stunde sind alle wieder auf „trockenen Rädern“. Die Gruppe ist jedenfalls nach dem morgendlichen Abenteuer putzmunter, der Tag darf aber ruhig entspannter weitergehen. Und so ist es auch. Weiter geht es über tadellose Straßen durch die unendliche Kasachensteppe…

Am folgenden Tag gilt es schließlich 80 Kilometer Piste bis zur usbekischen Grenze zu bewältigen. Die Umgebung ist unwirklich und faszinierend zugleich. Staub und Salzpfannen säumen die Strecke. Der einstige Aralsee ist nur wenige hundert Kilometer entfernt. Seine riesigen trockenliegenden Flächen haben das Salz freigegeben und die Steppenwinde haben es tausende Kilometer nach Westen und Süden getragen. Außer Staub und Piste sieht die Gruppe an diesem Tag nur Kamele… 

Und ausgerechnet an so einem Tag hat ein ganz besonderer Teilnehmer Geburtstag: Kostya wird heute 50 Lenze alt! Dieser runde Ehrentag wird nach der Grenzüberquerung ins wilde Usbekistan natürlich mächtig gefeiert! 

Aber davon erzählen wir im nächsten Reisebericht…

Von Berlin ins Wolgadelta

Veröffentlicht am

Auf nach Riga  

Noch nicht einmal einen ganzen Tag ist es her, dass sich unsere Abenteurer vom Düsseldorfer Messegelände auf den langen Weg nach Peking gemacht haben. Bereits am frühen Morgen trifft ein Teil der Gruppe in Berlin auf ein anderes Teamfahrzeug des Tour-Veranstalters „AbenteuerOsten“. Die Kollegen haben schon eine unglaubliche Reise hinter sich – sie kommen aus dem Oman. Und weil das noch nicht genug ist, fahren sie nun ebenfalls nach Peking! Und so stärkt sich die illustre Runde zu nächtlich-morgentlicher Stunde stilecht bei einer chinesischen Suppe im Restaurant „Friends“. Aber bloß keine Müdigkeit aufkommen lassen, denn am gleichen Tag geht es für die meisten über Polen weiter Richtung Riga. Andere wiederum werden sich per Fähre in die lettische Hauptstadt bringen lassen. 

Die Fahrt über das quirlige Warschau verläuft bei den meisten ohne größere Zwischenfälle – wenn da nicht der flotte Traumtourer Andreas wäre. Der drückt auf einer polnischen Landstraße ein bisschen zu engagiert auf die Tube und wird prompt mit 105 statt den erlaubten 90 Sachen von der polnischen Polizei „gelasert“. Strafe muss sein. Der freundliche aber konsequente Polizist überreicht Andreas sein wohlverdientes Knöllchen – lässt es sich aber nicht nehmen, ein kleines Erinnerungsfoto vor dem Reisemobil mit der aufgeklebten Route machen zu lassen. Denn wann trifft man schon mal auf einen Raser, der nach China fährt?! Nach diesem aufregenden aber auch heiteren Intermezzo geht es in Windeseile – aber regelkonform – weiter nach Litauen. Die Traumtourer durchqueren hier malerische Dörfer, in denen die Zeit buchstäblich stehengeblieben zu sein scheint. 

Am 20. April trudeln die Fahrzeuge tröpfenchenweise den gesamten Tag über in Riga ein. Rund 1.870 km liegen bereits hinter einigen Fahrern – andere Reisemobile stoßen erst hier zur Gruppe. Und so gibt es in der lettischen Hauptstadt das erste Treffen aller Traumtourer, das natürlich feierlich im Bild festgehalten wird.  Ein Stadtbummel durch die mit 700.000 Einwohnern größte baltische Stadt ist natürlich auch ein Muss. Trotz der Größe versprüht Riga eher einen gemütlichen Charme. Schöne Jugendstilbauten und eine mittelalterliche Altstadt schmücken die alte Hansestadt am südlichen Ufer der Rigaer Bucht und Mündung der Daugava. Unsere Gruppe wird die „Perle des Baltikums“ sicher in guter Erinnerung behalten. 

Liebesgrüße aus Moskau! 

Und schon geht es weiter zur lettisch-russischen Grenze. Und die hat es heute in sich! Die beiden  Grenzbeamten-Teams kontrollieren und bearbeiten sehr bedächtig und mit grimmiger Miene die zahllosen Papiere der deutschen und schweizer Wohnmobile. Dabei ist die Gruppe schon um 7 morgens gestartet. Aber erst um 7 Uhr abends rollt der Track komplett von der EU auf russischen Boden. Fairerweise sei gesagt, dass man mit etwas Geduld im Gepäck auch an dieser Grenze gut zurechtkommt. Und das alles sei ja ohnehin noch gar nichts: Kostya erinnert sich, dass er in jungen Jahren als „die Bären noch scharenweise auf der Straße herumliefen“, oft tagelang gewartet habe, bis er einreisen konnte. Das lassen wir mal mit einer Menge Bilder im Kopf so stehen.  

Die Gruppe fährt weiter durch verwunschene russische Dörfchen, über Straßen im Nirgendwo und durch launisches und teilweise richtig ungemütliches Wetter. Während Graupel- und Schneeschauer niedergehen, sitzen die Reisemobilisten im warmen Mobil und genießen dennoch die Aussicht auf die raue Umgebung. Und nur ein paar Stunden später ist es wieder schön im flächengrößten Land der Welt. Für Conny und Gerd, die Traumtouren, die wir bereits beim Start vorgestellt haben, findet sich zum Beispiel 300 km vor Moskau in Solomkino ein malerischer Schlafplatz direkt am Wasser…

Am 23. April erreichen die ersten Reisemobilisten schließlich Moskau. Die Fahrzeuge kämpfen sich durch den dichten Verkehr rund um und in der russischen Metropole. Und diese zeigt der Gruppe während ihres Aufenthalts ihre unterschiedlichen und faszinierenden Gesichter: Kafkaesk wirkende riesige Wohnungsblöcke, die prunkvollste Metro der Welt, moderne Streetart, mächtige verglaste Wolkenkratzer, die weltberühmten Zwiebeltürme der Kathedrale, den Kreml und den roten Platz. Und zum feiern und genießen kommen die Abenteurer auch. Katrin hat Geburtstag! Es ist der erste Ehrentag, aber bis nach Peking sollen noch einige andere folgen. Auch die Messe Düsseldorf, die eine Dependance in Moskau hat, fährt groß auf und lädt unsere Traumtourer zu einem ausgiebigen BBQ in der russischen Hauptstadt ein. 

Und dann kommt es noch ganz zufällig im Moskauer Sokolniki Park zu einer wunderbaren Begegnung: Die Traumtourer treffen auf eine Gruppe chinesischer Reisemobilisten, die den langen Weg aus Peking über die Mongolei und Sibirien gekommen sind, um sich Moskau anzuschauen und dann Richtung Nordkap weiterzufahren. Klar, dass sich die Reisenden sofort verbrüdern. Das ist wahre Völkerverständigung. Was für ein Abschluss beeindruckender Tage in der russischen Hauptstadt! 

Himmlischer Beistand und kosakische Gastfreundschaft 

Am 26. April nimmt die Gruppe Kurs Richtung Süden. Sie entfliehen den frischen Temperaturen und fahren ins Wolgadelta immer der Sonne entgegen. Auf der M4 wird nun Maut verlangt. Ca 3 Euro pro Reisemobil kostet der gebührenpflichtige Abschnitt. Auf der Straße nach Wolgograd warten aber auch jede Menge Geschenke in Form von authentischen Eindrücken. Zum Beispiel Tanken im russischen Verkehrsambiente. Der legendäre UAS-Allradbus und der Lada gehören immer noch zum Straßenbild. Außerdem erleben unsere Traumtourer hautnah wie im Vorfeld der WM 2018 noch hastig gebaut wird. Ob die neue Straße Moskau-Wolgograd wirklich fertig wird?  

Und dann geschehen auf dem Weg ins einstige Stalingrad noch diese unvergesslichen menschlichen Begegnungen. Ein Priester bietet den Traumtourern in Bolschaja Lipoza einen ganz besonderen Stellplatz an. Er erlaubt ihnen im Innenhof seiner schönen Kirche die Nacht zu verbringen. Als Dankeschön verspricht ihm Kostya die Aufnahmen eines Drohnenfluges über das Gotteshaus. Und diese Bilder bekommen natürlich auch unsere Leser zu sehen – oder spätestens die Besucher im Traumtourenkino des CARAVAN SALONS 2017! 

Schon einen Tag später treffen die Traumtourer im ursprünglichen Kosaken-Dorf Rogoshyn erneut auf geballte russische Gastfreundschaft. Der Ort hat eine lange Geschichte, die bis tief in die Zarenzeit hineinreicht.  Statt Reisemobile aus dem fernen Deutschland kamen damals an der nahen Eisenbahnstrecke die Züge der Zarin Katharina vorbei. Es wird erzählt, dass die ansässigen Kosaken an einem Anstieg die Gleise mit Fett einschmierten. Die Radreifen der Zarenzüge drehten durch bis der Zug zum stehen kam und die Kosaken ihn in aller Ruhe ausnehmen konnten. Heute geschieht das genaue Gegenteil. Die Einwohner besuchen in traditioneller Tracht den Stellplatz der Reisegruppe. Und sogleich wird alles aufgefahren, was die Gastgeber tragen können. Köstlicher Honig, selbstgebrannte Schnäpse und jede Menge leckere landestypische Speisen und Getränke – alles frisch und aus der eigenen Landwirtschaft des Dorfes. Und dann wird bis tief in die Dunkelheit gemeinsam gegessen, getrunken, gesungen und getanzt. Gut für einige feierlustige Teilnehmer, dass der Weg zum Schlafplatz nicht allzu weit ist…

In Kürze geht’s hier mit den Abenteuern unserer Traumtourer weiter!