In der Welt
zu Hause.

31.08.-08.09.2019

30.08.2019 Fachbesuchertag

TravelCampingLiving – einmal Nordkap und zurück – der erste Roadtrip als Neu-Camper, Freisteher und YouTuber

Seit knapp einem Jahr ist Kai Borstendorfer stolzer Besitzer von „Zottl“: Ein Globecar Campscout B – ähnlich dem Pössl Roadcruiser B. Den Winter lernten sie sich kennen, bei Minustemperaturen, Sturm, Wind und Schnee. Eine intensive Kennenlernphase. Größtenteils sind Kai und Zottl passionierte Freisteher, weil die Suche nach geeigneten Freistehplätzen immer eine schöne Herausforderung ist. Ziemlich schnell war klar, Zottl und Kai passen toll zusammen und sind bereit für ihre erste dreiwöchige Reise.

Aber wohin? Kurz überlegt. Schnell entschieden: es soll das Nordkap sein. Aber nur Nordkap? Nee!

Was für eine Reise! Selbst jetzt, Wochen nach meiner Rückkehr bin ich noch immer fasziniert davon. Vor allem Norwegen, das Land in dem ich die meiste Zeit verbrachte, hat es mir angetan. Mich aber auch vor Herausforderungen gestellt. Landschaftlich unheimlich abwechslungsreich, karge Ebenen, schroffe Berge, karibische Strände, Einsamkeit, Sturm, Sonne, Regen, Graupel und Schneefall, Kälte und Wärme. Es war alles dabei.

Das Wetter wechselt schneller als man Essen kann, besonders der Wind und Regen machte mir hier und da zu schaffen was Drohnenflüge anging. Mit stabil gutem Wetter sollte man besser nicht rechnen. Warme Kleidung muss zu jeder Jahreszeit an Bord sein. Oftmals benötigte ich Winterjacke und Mütze um mich vor schneidendem Wind zu schützen.

Auch meine Dieselheizung war nachts fast permanent im Einsatz. Wenn ich mich zurück entsinne, gab es wohl nur 2 Nächte (Oslo und Trelleborg), in denen ich sie ausstellen konnte. Auch tagsüber war sie häufig  noch im Einsatz.

Geld ausgeben ist auch kein Problem. Auf der gesamten Reise habe ich jedoch kein Bargeld benötigt, meine VISA und Mastercard waren ausreichend für alle Groß- und Kleinbeträge. Eine Ausnahme: Mein Übernachtungsplatz bei Trelleborg kostete 100 SKR die ich nicht hatte. Der freundliche Herr, welcher mich gleich mit „Grüezi“ begrüsste (habe Schweizer Nummernschilder), hatte auch kein Problem damit, 10 Euro anzunehmen. Die waren zum Glück parat.

 

Vorbereitung

So eine Tour bedarf einer gewissen Vorbereitung. Bei mir hielt sie sich jedoch in Grenzen. Die Fähre Rostock – Trelleborg und zurück buchte ich knapp 4 Monate im Voraus, ca. 152 EUR kostete mich der Spaß. Das wars mir Wert. Ich fahre gerne Fähre. Ein paar Wochen vor Abfahrt begann ich, Listen zu erstellen.

Was muss alles mit? Welche Kleidung? Essen? Welches elektronische Equipment, Kabel, etc. benötige ich für meine Blog und Vlog Tätigkeit.

Wer sich frühzeitig vorbereitet, bekommt kurz vor der Reise weniger Stress. Bei mir funktionierte es perfekt. Zumal ich an einem Freitag, nach der Arbeit, aufbrechen wollte. Da mussten am Donnerstag vorher 95% der Waren im Kasten sein.

Auch was die Routenführung angeht, habe ich Vorbereitungen getroffen. Die Etappen bis zum Nordkap hoch sind ziemlich geplant. Soll ja schnell gehen bis hoch in den Norden. Freistehplätze entlang der Strecke suche ich per Google Maps und Google Street View. Allerdings so, dass ich auch noch unterwegs den Plan ändern oder variieren kann. Flexibilität muss sein.
Alles was nach dem Nordkap kommt, ist nur gaaaanz grob geplant. Freestyle ist eher angesagt. Klar ist nur, die Lofoten sind das grobe nächste Ziel. Aber wie ich da vom Nordkap hin finde….zeigt sich unterwegs.

Was braucht es noch? Genau, eine Daten SIM Karte. Die organisiere ich 4 Wochen vor meiner Abreise von prepaid-global.de. 4G, 22 GB Datenkarte, ca. 75 EUR. Warum so viel GB? Weil viel immer besser ist als zu wenig! Die Aktivierung kann ich genau auf meinen Urlaubsstart timen bei der Bestellung. Gültigkeit: 30 Tage.

Für die Navigation werde ich Google Maps verwenden, hierfür lade ich mir für die gesamte Strecke die entsprechend Kartenausschnitte aufs Handy, natürlich zu Hause via Wifi. Das dauert einen Moment und bedarf etwas Kapazität auf der Speicherkarte meines LG G6 Handys. Ich navigiere auch im Alltag mit Google Maps und somit wird Google das im Urlaub auch schon hinbekommen. Zur Sicherheit hab ich von einem Freund auch noch Kartenmaterial erhalten. Immer gut eine Backup Lösung zu haben. Man weiß ja nie.

 

Alleine Reisen

Drei Wochen alleine unterwegs sein? Geht das? Vereinsamt man da nicht?

Für mich persönlich kann ich sagen: kein Problem! Ich war alleine unterwegs. Ein Kastenwagen für mich alleine, Platz ohne Ende, keine Kompromisse, alleinige Entscheidungsgewalt, längere Autarkie weil Wasser und Strom länger reichen. Ich muss dazu sagen: zu reden hatte ich genug. Durch meine YouTube Tätigkeit, spreche ich ohnehin andauernd in die Kamera. Somit ist die Kamera für mich die zweite mitreisende „Person“. Das hilft gegen mögliche Einsamkeit die evtl. aufkommt. So kann ich all die Eindrücke der Kamera erzählen, Erfahrungen teilen und auch die Gefühlswelt mal kurz skizzieren.

Aber natürlich, und darauf sollte man sich auch gefasst machen, kommen auch mal schlechtere Stimmungen vor. Sei es bedingt durch schlechtes Wetter, allgemeine Antriebslosigkeit oder weil es allgemein mal kurz nicht rund läuft. Tiefs kamen vor auf meiner Reise, zumal vor Abreise meine langjährige Beziehung (über 14 Jahre) zu Bruch geht. Das Gegenrezept was mir hilft: gute Musik, gutes Essen, Ablenkung!

Ich würde ohne bedenken noch mal für einen längeren Urlaub alleine auf Reisen gehen. Ich habe es genossen, die Freiheit zu haben, machen zu können, was ich will. Ohne Rücksicht. Ohne Kompromisse. Ohne Diskussion. Verantwortlich nur mir gegenüber. Tolle Erfahrung!

Natürlich kamen auch Momente, wo mir eine Reisepartnerin gefehlt hat, wo ich mir gewünscht habe, die Landschaft, die Stimmung oder die Aussicht mit jemandem teilen zu können. Was macht man dagegen? Geholfen hat, mir vor Augen zu führen, was für ein Glückskeks ich bin, jetzt genau HIER zu stehen um den einzigartigen Moment zu genießen. Und wenn das nicht gereicht hat, siehe oben: gute Musik, gutes Essen!

 

Übernachtungen

Seit ich im Besitz von Zottl bin, stehe ich meist frei in der Gegend rum über Nacht. Einen Campingplatz hat Zottl noch nie von innen gesehen. Nur einmal war ich auf einem Stellplatz, in Saas Fee, im Winter. Noch nie hatte ich Landstrom anliegen wenn ich unterwegs war. Das liegt auch an meinem Campingverhalten: nie länger an einem Fleck zu stehen.

Auf meinem Norwegen Trip behielt ich diese Vorgehensweise bei. Meine zwei Solarzellen und zwei Aufbaubatterien und die Fahrerei lieferten bei weitem genug Strom um keinerlei Festnetzanschluss zu benötigen. Alle Akkus von Laptop, Drohne, Kamera, Beleuchtung wurden in Zottl geladen. Die meiste Zeit stand ich nachts frei, meist alleine. Das Nordkap, eine Nachte auf den Lofoten und Trelleborg bilden die Ausnahme was das Freistehen angeht.

Plätze zum unabhängigen und einsamen Stehen gibt es in Schweden wie Norwegen in ausreichender Anzahl. Natürlich ist in der Vorsaison Mai/Juni noch deutlich weniger los als im Juli/August/September. Ich habe es enorm genossen, alleine in der Landschaft zu stehen. Und der große Vorteil im Mai/Juni: im Norden wird es nicht dunkel! 24 h Tageslicht/Sonne. Ich kam gegen Abend nicht „unter Druck“ vor einsetzen der Dunkelheit einen Schlafplatz finden zu müssen. Bei Dunkelheit Freistehplätze anfahren, ist zum Teil etwas mühsam. Bei andauerndem Tageslicht, kein Problem!

Meine Übernachtungsplätze suchte ich mir größtenteils via Google Maps / Google Street View. Den ein oder anderen habe ich auch via die App Park4Night gefunden. Wobei nicht alles, was dort angezeigt wird, auch wirklich brauchbar war.

 

>>> Wie es für Kai und Zottl weiterging – welche Begegnungen sie hatten, wie die Ver- und Entsorgung in dieser kargen Landschaft funktioniert hat und vor allem welche Highlights die beiden erlebt haben, erfahrt ihr in den nächsten Beiträgen!

 

 

Linktipps

Kai auf dem CARAVAN SALON DÜSSELDORF 2018

YouTube

Blog

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