05.-13.09.2020

In der Welt
zu Hause.

05.-13.09.2020

04.09.2020 Fachbesuchertag

In Zeiten wie diesen…

Höhenlage Vulkaneifel, leichter Schneefall, 4 Grad. Die Andersartigkeit der Bilder ist aber auch zu krass, gestern noch 20 Grad und himmelblau, heute Schneefall und aschegrau, das geht doch auf keine Kuhhaut.

Aber in Zeiten wie diesen gilt es, sich anzupassen, egal, ob man danach gefragt wird oder nicht. Gemeinwohl geht vor Eigennutz. Wellen schlagende Ignoranz war schon immer wenig förderlich, jetzt kann sie tödlich sein.

Ins Bewusstsein rücken Worte wie Dankbarkeit und Demut. Kleine Freuden gelten wieder etwas, die Zufriedenheit ist schneller hergestellt, Familie, ein Zuhause, unschätzbar wertvoll. Und die Schneeflocken tanzen unbeeindruckt, Vorboten des April, der ja bekanntlich macht, was er will.

Heute vor einem Monat, Anfang März, saßen wir bei knapp 30 Grad im Süden Marokkos in der Erg Chebbi, einem Teil der Sahara, eine weite Dünenlandschaft, vom Wind geformt. Ein Traumplatz, der manches in einem dahin rückt, wo es hingehört, Wichtigkeiten neu justiert, ausbalanciert in vielerlei Hinsicht im immer wieder anders ausleuchtenden Schein der Sonne.

In Zeiten wie diesen, in denen wir uns auf unserer mindestens für 16 Wochen geplanten Winterreise mit unserem Wohnmobil in Marokko befanden, davon aber erst gerade mal 4 Wochen unterwegs waren, lag die Notwendigkeit, uns sehr bald sehr anders orientieren zu müssen, jenseits jeder Vorstellungskraft.

Und dennoch: Einige Tage im Wüstensand mit Hin- und Her-Überlegen aufgrund der niederschmetternden, entsetzlichen Nachrichten über das Corona-Virus zogen ein paar sehr unruhige Reisetage mit geänderter Route nach sich, nämlich nicht weiter südlich Richtung West-Sahara, sondern quer durch’s Land zur Atlantik-Küste.

„Gute Mine zum bösen Spiel“ – oder „Was wäre wenn“ – ein Versuch war es wert. Als Ergebnis dieser „Spielchen“ während unserer Überlegungsphase steht am Ende der entschlossene Aufbruch nach Norden. Die Reise wird abgebrochen. Wir wollen zusehen, nach Hause zu kommen, die marokkanische Gastfreundschaft und das Gesundheitswesen im ärgsten Falle nicht weiter belasten und auch die Familie zu Hause erleichtern mit unserer Rückkehr. Für das alles lohnt es sich, selbst die schönste Oase zu verlassen.

1 x Marokko hin und zurück für 2 Erwachsene, 2 Hunde, 1 Wohnmobil = kein leichtes Unterfangen.

Denn zunächst standen über 1000 km in Marokko auf der Landkarte, dann zwei Tage Ausharren im Wohnmobil auf dem Hafengelände in der Exklave Ceuta mit völlig uneinschätzbarem Ergebnis, und anschließend 2500 km auf schnellstem Weg durch Spanien, Frankreich und Luxemburg.

Reichen Nerven und Atem dafür ???

Ist da Licht am Ende des Tunnels ???

Verlässt uns der Mut, gehen wir ohne ihn weiter ???